Risikosteuerung

Die Kernfunktion einer Bank als Risiko- und Liquiditätstransformator impliziert die Übernahme von finanziellen Risiken. Das Risikomanagement, d.h. die Identifizierung, die Bewertung, die Steuerung und das Controlling von Risiken gehört somit seit jeher zu den Kernkompetenzen von Banken. Durch die Finanzkrise wurden viele Defizite in dieser vermeintlichen Paradedisziplin offengelegt. So versagten z.B. die Risikobewertungsmodelle und Frühwarnsysteme, da sie zu vergangenheitsorientiert die auftretenden Stress- und Krisenszenarien nicht ausreichend prognostizieren konnten. Liquiditätsrisiken wurden massiv unterschätzt und dadurch nicht adäquat abgefangen. Interne Kontrollprozesse waren nicht stringent genug und resultierten in hohen operationellen Risiken. Und nicht zuletzt lieferten veraltete, oft durch manuelle Prozesse unterstützte IT-Landschaften ein inkonsistentes und verspätetes internes Risikoreporting. Neben dieser Vielzahl von regulatorischen Anforderungen haben aus der Finanzmarktkrise resultierende geschäftsstrategische Anpassungen der Institute erhebliche Auswirkungen auf die Risikostrategie und somit das Risikomanagement in den Banken ( regul. Steuerung). In diesem Spannungsfeld gerät häufig ein wesentlicher Aspekt in den Hintergrund: Das Risikomanagement einer Bank dient nicht in erster Linie der Erfüllung regulatorischer Anforderungen, sondern sollte im Sinne eines Chancenmanagement einen wertschaffenden und nachhaltigen Beitrag für das Institut schaffen. Eine ökonomische Risikosteuerung umfasst ein ganzheitliches System zur Identifikation, Messung, Steuerung, Monitoring und Reporting potenzieller ökonomischer Wertverluste sowohl für die einzelnen Risikoarten als auch risikoartenübergreifend: Kreditrisiken sollten über interne Kreditrisikoportfoliomodelle (z.B. CreditRisk+, CreditMetrics, CreditPortfolioView oder Optionspreismodelle) gemessen werden. Nur durch die Berücksichtigung von Portfolioeffekten und Intrarisk-Korrelationen können Konzentrationsrisiken sauber erfasst und somit Länder-, Branchen- oder Klumpenrisiken ökonomisch gesteuert werden. Für eine ökonomische Marktrisikosteuerung müssen interne Marktrisikomodelle (z.B. Varianz/Covarianz, historische Simulation oder Monte Carlo Simulation) und Kennzahlensysteme (z.B. Sensitivitäten, VaR, Stressed VaR, Expected Shortfall) aufgebaut oder verfeinert werden. Die das Marktpreisrisiko begrenzenden qualitativen und quantitativen Faktoren werden aus der ökonomischen Kapitalsteuerung abgeleitet und in ein Limitsystem transferiert. Der Schlüsselfaktor für eine effiziente Liquiditätssteuerung der Banken liegt in der richtigen Ausgestaltung der folgenden Liquiditätssteuerungselemente: Modellierung des Liquiditätsprofils über deterministische, statistische ökonomische Cashflows und liquidierbaren Vermögenswerte, Berechnung der Survival Periode, Fund Transfer Pricing Modelle, Limitstrukturen und Eskalationsmechanismen sowie eine robuste Liquiditätsmanagementstruktur. In Bezug auf Operationelle Risiken muss neben der Modellierung vor allem die Verzahnung von IKS, Compliance und Op Risk über einen GRC-Ansatz im Fokus stehen. Zusätzlich sind für alle Risikoarten einzeln und übergreifend makroökonomische und szenariobasierte Stresstests (regulär und revers) durchzuführen und in die Steuerung zu integrieren. Für die Aggregation der Risikoarten und die Bestimmung der Interrisk-Effekte sollten Varianz/Covarinz-Methoden oder Copula-Ansätze verwendet werden. Das somit ermittelte ökonomische (erforderliche) Kapital muss im Rahmen der Risikotragfähigkeitsrechnung (in Abhängigkeit der Gone-Concern oder Going-Concern Perspektive) limitiert und laufend überwacht werden. Darüber hinaus lassen sich über eine Kapitalallokation Geschäftsbereiche und Portfolien risikoorientiert (z.B. über RoRaC, RaRoC oder EVA) steuern. Schließlich sollten ökonomische Kapitalkosten in der Vor- und Nachkalkulation von Geschäften berücksichtigt werden. Nur durch eine enge Verzahnung von Ertrags, Kapital- und Risikosteuerung werden Banken in Zukunft erfolgreich am Markt bestehen können. RFC Professionals berät Banken beim Aufbau und der Etablierung eines leistungsstarken und vorrausschauenden ökonomischen Risikomanagements und dessen Integration in die Gesamtbanksteuerung im Sinne einer Risk-Return-Steuerung. Unsere Berater zeichnen sich durch langjährige Expertise in der gesamten Breite des Risikomanagementprozesses aus:
  • Entwicklung von Risikostrategien mit quantitativen und qualitativen Steuerungsinstrumenten sowie Regularien und Prozesse
  • Bewertung und Messung von Kredit-, Markt-, Operationellen, Liquiditäts- und Geschäftsrisiken, sowie Validierung und Backtesting von Risikomodellen
  • Risikoaggregation und Risikotragfähigkeitskonzepte inklusive Kapitalallokation und Limitsysteme
  • Konzeption, Aufbau und Integration von Risikosteuerungs- und Reportingarchitekturen
Wir blicken in diesen Themen auf eine Vielzahl erfolgreicher Projekte sowohl im privatwirtschaftlichen, öffentlich-rechtlichen als auch genossenschaftlichen Bankenbereich zurück.