Risikosteuerung

Eine Schlüsselrolle nimmt die Steuerung von Risiko und Kapital für das Geschäft einer Versicherung ein, wobei das Risikomanagement das für die Risikoübernahme benötigte Kapital „überwacht“, und das Kapitalmanagement das verfügbare Kapital für die Risikotragung steuert. Zusammengenommen sorgen beide Komponenten für ausreichende finanzielle Flexibilität, die dazu verwendet werden kann um weitere, interessante Geschäftsmöglichkeiten eingehen zu können. Der vorherrschende Kostendruck innerhalb der Branche, als auch die Tatsache, dass insbesondere die Schadensauszahlungen und somit die Schadensquoten in den vergangen zwei Jahren stark angestiegen sind lässt kaum Handlungsspielraum im Hinblick auf Themen des Risikomanagements zu.

Das Risikomanagement ist eine Kernkompetenz der Versicherungen, die stetig weiterentwickelt und verfeinert wird. Beim versicherungstechnischen Risiko ist der Anreiz zur Perfektionierung der Konzepte durch den Druck des Marktes sowie regulatorische Auflagen zwangsläufig gegeben. Das Eingehen von versicherungstechnischen Risiken ist unmittelbar mit dem Geschäft und damit mit der Einschätzung der zukünftigen Marktsituation verbunden. Je besser dies gelingt, desto grösser sind die Erfolgsaussichten. Daher bedarf es einer feinjustierten Steuerung von Risiko und Kapital, die mittels eines Regelwerkes von Grundsätzen, Organisationsstrukturen als auch insbesondere durch Überwachungsprozesse und interne Kontrollsysteme durchgeführt wird.

Risikotragfähigkeitskonzepte

Das Risikotragfähigkeitskonzept ist das wesentlichste Kernelement der Risikostrategie. Die BaFin als Aufsichtsorgan definiert den Begriff mit den Worten „die Fähigkeit, Verluste aus Risiken zu absorbieren, ohne dass daraus eine unmittelbare Gefahr für die Existenz des Unternehmens entsteht“. Somit wird beschrieben, wie viele ökonomische Eigenmittel („Risikotragfähigkeit“) in der Gesamtsumme verfügbar sind, um die Gesamtrisiko-Positionen eines Versicherungsunternehmens abzudecken, und wie viele davon zur Abdeckung aller wesentlichen Risiken zukünftig verwendet werden sollen („Risikotoleranz“).

Zunächst gilt es das ökonomische Eigenkapital zu bestimmen, das aus einer wirtschaftlichen Bewertung der Bilanz hervorgeht. Demnach berechnet es sich aus der Differenz zwischen Marktwerten aus Aktiva und Verbindlichkeiten und gibt Auskunft auf die abschließende Frage: „Wie viele Mittel stehen dem Versicherungsunternehmen zur Verfügung um effektiv seine Risiken abdecken zu können?“ Diese Risikotragfähigkeit ist somit sachlich fassbar und bildet zudem die Obergrenze für die Risikotoleranz der Geschäftsleitung. Der Regelkreis beginnt sich also zu „drehen“ in den Prozessen rund um die unternehmenseigenen vorausschauenden Risiko- und Solvenzbeurteilung (ORSA). RFC Professionals unterstützt Sie bei der Erstellung eines Risikotragfähigkeitskonzeptes. Das Risikomanagement muss sich auf das verdichten, was für die jeweilige Versicherung wirklich zu Bedrängnissen führen kann. Durchgängig muss es im Risikomanagement vor allem darum gehen, mehr Zeiträume und Ressourcen auf das bestimmte Nachdenken über die vornehmlichen kritischen Zukunftsszenarien und Risiken zu lenken. Dies bedarf einem ausgedehnten Einfühlungsvermögen, interdisziplinäre Kooperationen und auch den Einsatz neuer Arbeitsweisen und Arbeitsmittel.

Daniel Jürgens

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