Solvency II:Qualifikation

Fachliche Qualifikation und persönliche Zuverlässigkeit – Schulungsbedarf in Zukunft notwendig!

Ende März 2014 hat die BaFin als nationales Aufsichtsorgan im Rahmen der Dialog-und Verlautbarungsphase zu den Solvency II Leitlinien ein Papier zum Thema „Anforderungen an die Geschäftsorganisation und das Risikomanagement“ und hier speziell zum Themenblock 2 „Fachliche Qualifikation und persönliche Zuverlässigkeit“, veröffentlicht. In Zukunft müssen neben den Personen, die das Unternehmen leiten, sowohl die Personen, die eine Schlüsselfunktion innehaben (Leiter der 4 Bereiche interne Revision, Risikomanagement, versicherungsmathematische Funktion und Compliance), als auch insbesondere der Aufsichtsrat die gesteckten Qualitätsanforderungen an die persönliche Zuverlässigkeit als auch die fachliche Eignung – zusammen also die Fit&Propper Kriterien – erfüllen.

Leitende Personen sind demnach Mitarbeiter, die „wesentliche Entscheidungen“, d.h. solche ,die nicht alltäglich sind, treffen. Dies sind neben den jeweiligen Geschäftsleitern, den Aufsichtsräten und den Schlüsselfunktions-Inhabern auch Personen, die insbesondere Einfluss auf das Risikoprofil haben. Der Personenkreis ist seitens des Vorstandes zu definieren. Mitglieder der Geschäftsleitung müssen in Zukunft auch „ausreichende Kenntnisse“ in allen Bereichen haben. Da dies eine weitgehende Aussage ist, sieht EIOPA als Minimalansatz die Bereiche Governance System, regulatorische Bereiche, Geschäftsstrategie und Geschäftsmodell, Versicherungs- und Finanzmärkte und die versicherungsmathematische Funktion vor.

Neu hinzugekommen sind nunmehr auch die Aufsichtsratsmitglieder, die über diese erforderlichen Kenntnisse verfügen müssen. Zentrale Aufgabe des Aufsichtsrats ist bekanntlich die Überwachung des Vorstands, was bei einer Nichterfüllung Haftungsfragen aufwerfen kann. Der Aufsichtsrat muss sich also intensiv mit der Leistungsfähigkeit des Risikomanagements befassen, da er nur so sicherstellen kann, dass die operativ Verantwortlichen im Unternehmen über Risikoinformationen verfügen und sie nutzen, die zur Sicherung des Unternehmensbestands und der Wertgenerierung erforderlich sind. Der Aufsichtsrat selbst benötigt Risikoinformationen, um als Sparringspartner des Vorstands wesentliche Entscheidungen kritisch hinterfragen zu können.

Eine Meldung an die BaFin hat mit bereits festgelegten Unterlagen zu erfolgen, die einen Nachweis über die Kenntnisse und Fähigkeiten des genannten Personenkreises aufzeigen sollen. Hieran sieht die Branche, wie genau und somit dirigierend durch die Aufsicht vorgegangen wird, um alle bisherigen Schwachstellen und Schlupflöcher zu eliminieren. Auf die Ausbildungsabteilungen der Versicherungsunternehmen werden in Zukunft gehobene Anforderungen zukommen um den hohen Ansprüchen der Aufsicht gerecht werden zu können. Auch ist es nicht mit einer einmaligen Meldung getan, vielmehr soll sich ein stetiger Prozess entwickeln, der sich an die Gegebenheiten des Unternehmens und des Marktes anpasst. In Zukunft sind also Weiterbildungsmaßnahmen im Thema Risikomanagement unter Solvency II erforderlich, insbesondere auch unter der Tatsache, dass der Aufsichtsrat und die Schlüsselfunktionsinhaber nun „neu“ in die Thematik aufgenommen worden sind. Eine zeitnahe Umsetzung der geforderten Maßnahmen (Nachweiserbringung, Schulungsbedarf) ist erforderlich um eine optimale Startposition zu haben.

Dokumenten-Download:

RFC Schulung Aufsichtsrat


Alexander Wolf

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