Solvency II

„Solvency II“, dass größte Thema derzeit in der Versicherungsbranche. Für viele ein Buch mit sieben Siegeln aufgrund der Tatsache, dass es auf der einen Seite immer weitere Verlautbarungen, Erklärungen und Abhandlungen seitens der Aufsichtsbehörden EIOPA und BaFin gibt, auf der anderen Seite eine zügige Umsetzung der mehr als 160 Leitlinien gefordert wird. Fakt ist, dass jedes Assekuranzunternehmen einzigartig ist und somit ein auf die Risikobedürfnisse zugeschnittenes Risikokontrollkonzept benötigt.

Das neue Aufsichtsrecht Solvency II wird in 3 Säulen eingeteilt. In der ersten Säule werden quantitative Anforderungen behandelt (Kapital und Eigenmittelregelungen). In der zweiten Säule kommen qualitative Vorschriften hinzu, die insbesondere das Governancesystem betreffen. Ebenfalls werden neue Schlüsselfunktionen gefordert. Diese Funktionen stehen in Verbindung mit einem Risikomanagementsystem, dessen Kern die unternehmenseigene Risiko- und Solvenzkapitalbeurteilung (ORSA) ist. In Säule 3 werden die Berichts- und Offenlegungspflichten an interne und externe Adressatenkreise geregelt. Ende 2013 hat die deutsche Aufsichtsbehörde BaFin ihre Zustimmung und somit die nationale Umsetzungserklärung zu den zugrunde liegenden Leitlinien erteilt, die in den Papieren der EIOPA auf 4 Bereiche verteilt sind: Geschäftsstrategie/Risikomanagement, vorausschauende Prüfung von Risiken, interne Modelle und Berichtswesen. Somit startet die Umsetzung in 2014 mehr oderweniger als Überlegung mit Phasen von Diskussionen, Verlautbarungen und Verbesserungen, Anreicherungen von Informationen und Umsetzungshilfen. Bis Anfang 2016 muss Solvency II in den Versicherungsunternehmen implementiert sein. Insgesamt ein aktiver Mitgestaltungsprozess, der durch Sachstandsabfragen der BaFin zum Umsetzungsstand begleitet wird: Ab 2014 werden die Versicherer gemäß den EIOPA-Leitlinien bereits erste Meldungen über ihren Gesamtsolvabilitätsbedarf abzugeben haben, ab 2015 haben sie darüber hinaus zu beurteilen, inwieweit sie die Solvency II Kapitalanforderungen erfüllen.

Die Herausforderungen an die Versicherer aufgrund der Vielzahl der noch zur Veröffentlichung anstehenden Dokumente steigen nun zügig an. Jeglicher Hinweis und alleInformationen der BaFin im Rahmen ihrer Dialogphasen sollten daher intensiv genutzt werden, um eigene Lücken aufzudecken und eine Anpassung auf das neue Aufsichtsrecht sicherzustellen. Unsere Erfahrungen zeigen, dass die Reife der Gesellschaften in der Umsetzung der qualitativen Anforderungen der Säule 2 auf der einen Seite durch MaRisk-Umsetzungen weit fortgeschritten sind, andererseits insbesondere in der Thematik der vorausschauenden Beurteilung der unternehmenseigenen Risiken (FLAOR – Forward looking Assessment of own Risks bzw. ORSA _ Own Risk Solvency Assessment) Nachholbedarf besteht. Der wesentliche Aufwand für die Gesellschaften ergibt sich daher aus: – Einer ausführlichen Beschreibung, welche internen und externen Faktoren bei der vorausschauenden Perspektive berücksichtigt wurden, als auch die Details der Managementmaßnahmen bei einer Unter- oder Überdeckung des Soll-Eigenkapitals (SCR). – Der Implementierung der geforderten 4 neuen Schlüsselfunktionen (Compliance, versicherungsmathematische Funktion, interne Revision und Risikocontrolling).- Der Notwendigkeit der Abbildung dieser Anforderungen in den Prozessen und Arbeitsanweisungen. – Der Ermittlung der Abweichung des Risikoprofiles, welche sich durch den Unterschied der Soll-Eigenkapitalanforderung (SCR) gemäß Standardformel /internem Modell (Säule 1) und der tatsächlichen, vorausschauenden Beurteilung aller Risiken ergeben (Säule 2). – Der Zurverfügungstellung der Ergebnisse des ORSA (unternehmenseigene Risiko- und Solvenzkapitalbeurteilung) an die Aufsicht im Rahmen des aufsichtsrechtlichen Kontrollprozesses zur Überprüfung des Kapitalbedarfs. Alle Aufgaben und Maßnahmen innerhalb der Solvency II Umsetzung bedeuten Änderungen in der bestehenden Aufbau- und Ablauforganisation, die zunächst zu identifizieren sind.

RFC Professionals hat im Rahmen seiner Grundsatzarbeit im regulatorischen Umfeld Solvency II die 15 Themenblöcke der EIOPA Leitlinien unter Beachtung des Zeitplans der BaFin-Verlautbarungen (Januar 2014 bis Mitte 2015) im Focus der Bearbeitung. Zur Unterstützung der Versicherungsbranche wurde die Anwendung RFC Management of Regulatory Compliance (RFC MoReC) entwickelt, die Sie in die Lage versetzt, den aktuellen Umsetzungsstand zu ermitteln und Lücken zu identifizieren. Alle aktuellen Verlautbarungen, Änderungen, und Stellungnahmen werden sofort nach Veröffentlichung bearbeitet und in das Tool integriert. Nach Ermittlung des Umsetzungsstandes und einer daraus resultierenden Planung unterstützt RFC Professionals ebenfalls im Hinblick auf die vorausschauende Beurteilung der eigenen Risiken (FLAOR/ORSA). Die hier gewonnenen Ergebnisse fließen wiederum in die Unternehmensplanung und -steuerung ein. Im Ergebnis entsteht ein Regelkreis. Wir unterstützen Sie bei der Konzeption, Umsetzung und der Dokumentation von erforderlichen Schritten sowie dem Aufbau von Risikomanagement- und IKS-Prozessen. Ziel ist eine risikoorientierte Unternehmenssteuerung mit einer auf das jeweilige Unternehmen zugeschnittenen Organisation, die es ermöglicht, die internen Prozesse einwandfrei abzubilden um eine risikogerechte Kapitalausstattung zu erreichen.

Die von uns entwickelte Anwendung wird von Versicherungsunternehmen dazu genutzt, den „regulatorischen Reifegrad“ unmittelbar nachzuvollziehen. Unterstützend ist es möglich, innerhalb von „MoReC“ für die identifizierten Lücken Maßnahmen festzulegen. Ihr Unternehmen ist damit frühzeitig in der Lage dem Abschlussprüfer nicht nur (1) eine aktuelle Übersicht der Erfüllung der regulatorischen Anforderungen vorzuzeigen, sondern gleichzeitig auch (2) eine Roadmap für die geplante Schließung der Lücken und (3) die Einbettung der Risikotragfähigkeitsrechnung in die bestehende Organisation des Risikomanagements darzustellen. Aufgrund der Form einer anwendungsbasierten Dokumentation bietet sich Ihnen die Möglichkeit eine für Dritte schnell und einfach nachzuvollziehende Darstellung des regulatorischen Reifegrads zu erstellen. Zusätzlich können gezielt mit dem Management Maßnahmen abgestimmt werden, ob und wie man die regulatorische Reife auf nahezu 100% anheben könnte.

Alexander Wolf

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