Agiles Projektmanagement – VUCA

RFC Professionals befasst sich in den nächsten Wochen in einer Blogreihe mit der Thematik rund um agiles Projektmanagement. Ziel ist es, unseren Kunden einen Überblick über eine Auswahl der vielfältigen Methoden, Ansätze und Lösungsvorschläge zu verschaffen und auch geeignete Ansätze für den Projektalltag zu finden. Gerne nehmen wir weitere Anregungen, Vorschläge und Wünsche von Ihnen auf. Dazu können Sie gerne über den Link am Ende des jeweiligen Artikels Kontakt zu uns aufnehmen.

Teil 1: Warum agiles Projektmanagement?

Digitalisierung und die schnelle Reaktion bei plötzlich auftretenden Änderungen im Projektalltag sind ein starker Impuls für eine sich verändernde Welt. Damit und durch neue Technologien werden immer die Rahmenbedingungen für eine Vielzahl von Projektvorhaben verändert und erfordern damit eine andere Vorgehensweise und Flexibilität bei der Projektumsetzung. Agiles Projektmanagement hilft dabei.

Der Begriff VUCA ist ein Akronym und fasst die Herausforderungen zusammen, denen sich Unternehmen unabhängig jedweder Branche in einer zunehmend digitalisierten Welt stellen müssen:



Abbildung Begriff VUCA


  • V = Volatility – Volatilität
  • Die Dynamik des Wandels entfaltet enorme Kräfte und ist Auslöser für radikale Veränderungen.

  • U = Uncertainty – Ungewissheit
  • Die mangelnde Berechenbar- und Kontrollierbarkeit, sowie ein fehlendes Bewusstsein und Verständnis für Themen, sorgen für Ungewissheit.

  • C = Complexity – Komplexität
  • Die Dynamik der Systemlandschaften und die weltweite Vernetzung erhöhen zwar die Handlungsoptionen, sorgen aber gleichzeitig auch für Interessenkonflikte und eventuell sogar Chaos und Verwirrung.

  • A = Ambiguity – Mehrdeutigkeit
  • Es gibt keine einfachen Ursache-Wirkungszusammenhänge mehr. Die Realität ist oft unverständlich und in geringer oder keiner Weise mehr planbar. Missdeutungen und Fehlinterpretationen nehmen zu.

Was sind die Folgen von VUCA für die Unternehmen?

Volatil: Die Kunden von heute sind nicht mehr zwangsläufig auch die Kunden von morgen. Auch die Wettbewerber sind nicht mehr so eindeutig zu lokalisieren.

Die elementaren Fragen lauten: Wer sind unsere Kunden und Wettbewerber von morgen? Wie können anstehende Veränderungen rechtzeitig erkannt werden, um möglichst frühzeitig zu reagieren oder ggf. sogar selbst Veränderungen herbeizuführen?

Da hierauf schon lange keine klare Antwort mehr erfolgen kann, nimmt der Innovationsdruck für die Unternehmen rasant zu und wird noch weiter ansteigen. Da von Organisationen ein hohes Maß an Innovationsfähigkeit gefordert wird, müssen sich Unternehmen bzgl. Märkten, Kunden und Produkten möglichst vielfältig und flexibel aufstellen.

Ungewiss: Weil Kunden und Wettbewerber nicht mehr eindeutig lokalisierbar sind, nimmt die Ungewissheit über Marktentwicklungen zu.

Eine Kernfrage lautet: Womit und mit wem werden Unternehmen in Zukunft noch ihr Geld verdienen?

Um in diesem unsicheren Umfeld erfolgreich zu sein bzw. zu bleiben, benötigen Unternehmen die Fähigkeit zur schnellen Anpassung an Marktveränderungen. Dies erfordert mehr „Führung auf Sicht“ anstatt langfristige Strategien.

Komplex: Eine hoch komplexe, in sich verzahnte und anfällige, weltweite Verflechtung von Wirtschaftskreisläufen zwingt jedes einzelne Unternehmen dazu, sich in mehrere Richtungen zu orientieren. Das exponentiell ansteigende Maß an digitalen Wissen und Informationen „entwertet“ das Erfahrungswissen schneller. Mentale Agilität wird zu einer Kernkompetenz. Der Mitarbeiter der Zukunft wird dadurch gekennzeichnet sein, dass er schnell aus seiner Komfortzone kommt, hochgradig anpassungsfähig und in der Lage ist, sich unbekannte Sachverhalte schnell zu erschließen.

Eine wichtige Frage lautet: Wie können Unternehmen die Informationsflut so managen, dass sie aus der Informationsmenge einen Wettbewerbsvorteil ziehen?

Mehrdeutig: Fehlen (einfache) Ursache-Wirkungszusammenhänge und verlieren bisher erfolgreiche Geschäftsmodelle plötzlich ihre Wirkung, sind Unternehmen öfter gezwungen, nach innovativen und individuellen Lösungen zu suchen. Aber welche Voraussetzungen und Methoden brauchen Unternehmen, um mit dem Phänomen der Mehrdeutigkeit erfolgreich umzugehen und die richtigen Antworten zu finden?

Fazit:

Je schneller sich die Welt verändert, desto radikal endlicher wird das Erfahrungswissen. Hinzu kommt, dass die technische Entwicklung zunehmend die Veränderungsprozesse beschleunigt. Der Tendenz zu VUCA kann man oft nicht wie bisher mit dem klassischen Vorgehensmodell nach dem Wasserfallprinzip begegnen. Lineares Management ist in einer dynamischen, volatilen, veränderungsstarken und mehrdeutigen Welt keine Lösung, sondern oft ein Problem.

Ausblick:

Im zweiten Teil der RFC Blogreihe zum agilen Projektmanagement wird die Frage beantwortet: Was ist „Agiles Projektmanagement“? Wir beschäftigen uns dabei mit agilen Werten und Prinzipien, sowie Techniken und Methoden.

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Übersicht aller Blogs unserer RFC Blogreihe Agiles Projektmanagement

Blog 1: Einleitung der Blogreihe: Warum agil – Beschreibung VUCA und die Folgen für Unternehmen.

Blog 2: Systematik des „Agilen Projektmanagements“

Blog 3: Scrum ist eine der bekanntesten agilen Methoden. Was ist Scrum?

Blog 4: Kanban ist eine agile Methode für evolutionäres Change-Management – Wie funktioniert Kanban?

Blog 5: Beschreibung von XP, FDD und Agile Up

Blog 6: Testen im agilen Umfeld – Was bedeutet das?

Blog 7: Beschreibung von skalierten Methoden Teil 1: / SoS, LeSS und ES

Blog 8: Beschreibung von skalierten Methoden Teil 2 / SAFe und DA

Blog 9: Entscheidungsfindung – die Ermittlung der passenden Vorgehensweise

Blog 10: Hybrides Projektmanagement: Das Beste aus beiden Welten?

Blog 11: Agile Transition: Der Change-Management-Prozess in der Organisation

Blog 12: Menschen im agilen Umfeld / Herausforderungen und Lösungen für Veränderungsprozesse.

Gefällt Ihnen unsere Blogreihe, haben sie Anmerkungen oder neue Ideen? Dann freuen wir uns, wenn Sie uns kontaktieren.

Steffen Hahn

Steffen
Hahn

Torsten Lindlahr

Torsten
Lindlahr

Hans Willhoeft

Hans
Willhöft