Zinsänderungsrisiko: BaFin konsultiert Rundschreiben

Am 19.10.2017 veröffentlichte die BaFin den angekündigten Entwurf der Neufassung des Rundschreibens 11/2011 für Zinsänderungsrisiken im Ablagebuch (ZÄR im AB) zur Konsultation (13/2017). Stellungnahmen können der Deutschen Bundesbank schriftlich bis zum 17.11.2017 zugesandt werden.

Weitreichende Entwicklungen in der internationalen Regulatorik hatten eine Neufassung notwendig gemacht. Der aktuelle Entwurf implementiert Inhalte der „Leitlinien zur Steuerung des ZÄR im AB“, welche 2015 von der EBA veröffentlicht wurden. Vom BCBS im Juni 2016 veröffentlichte Regeln mit Geltungsbeginn im Januar 2018 machen Ihrerseits Anpassungen in den Leitlinien der EBA von 2015 notwendig. Weitere Inhalte können mit den aktuell zu verhandelnden CRD V und CRR II auftreten. Ziel der BaFin bei der Neufassung der ZÄR im AB ist es, die Inhalte der EBA-Leitlinien so zu implementieren, dass der organisatorische und finanzielle Aufwand für die Kreditinstitute angemessen bleibt. So soll verhindert werden, dass neue Vorgaben nach Umsetzung der Basler Regeln, der Überarbeitung der EBA-Leitlinien und der zu erwartenden Neuerungen in der CRD V und CRR II wieder zurückgenommen werden müssen. Nicht Inhalt der Neufassung sind die zukünftigen Regeln zur Messung und Steuerung von ZÄR im AB. Das Rundschreiben beschränkt sich weiterhin auf die Berechnung des Standardschocks.

Neben weiteren Neuerungen können drei Änderungen gegenüber dem Rundschreiben 11/2011 (BA) als wesentlich eingestuft werden:

Berücksichtigung von Cashflows ohne Margen

Die Aufsicht fordert mit dem überarbeiteten Rundschreiben die Berücksichtigung von Margencashflows nicht mehr verbindlich. Damit passt sie die Vorgaben an die internationale Gesetzgebung an, welche bereits mit den EBA-GLs von 2015 und den Basler Standards von 2016 den Banken die Möglichkeit eingeräumt hatte, den „Innenzinssatz“ bzw. denlaufzeitäquivalenten GKM-Zinssatz zu nutzen. Die Aufsicht ist über die Behandlung der Margencashflows zu informieren. Weiterhin legt sie Wert darauf, dass dem aus Margen resultierenden Risiko in den internen Risikosteuerungs- und controllingprozessen angemessen Rechnung getragen wird.

Streichung des Ausweichverfahrens

Da die EBA-GLs von 2015 Kreditinstitute verpflichten, ZÄR sowohl barwertig als auch ertragsorientiert zu messen, wird das im Rundschreiben 11/2011 (BA) enthaltene Ausweichverfahren gestrichen. Es war ursprünglich für Banken ohne barwertige Zinsrisikomessung eingeführt worden. Die Vorgaben der EBA werden in den neuen MaRisk umgesetzt. Banken müssen zukünftig in der Zinsrisikomessung beide Steuerungsperspektiven berücksichtigen.

Alternative Schockhöhe

Da auf europäischer Ebene derzeit keine einheitliche Vorgehensweise bezüglich alternativer Schockhöhen (Die EBA GLs nennen das 1. und 99. Perzentil der eintägigen Zinsänderung der letzten fünf Jahre, skaliert auf ein 240-Tage-Jahr) existiert, enthält das überarbeitete Rundschreiben diese Vorgabe nicht.

Die Berater von RFC Professionals begleiten ihre Kundenganzheitlich von der Analyse der Auswirkungen der neuen IRRBB Standards bis zur Implementierung der notwendigen Anpassungen des Geschäftsmodells, der Risikosteuerungsmodelle und -prozesse und der IT-Landschaft. Sprechen Sie uns gerne an.


Ihre Ansprechpartner erreichen Sie gerne per Mail.

Volker Oostendorp

Volker
Oostendorp

Matthias Oßmann

Matthias
Oßmann

Dringlichkeit

Umsetzungsaufwand

Auswirkungen