(RFC Blog) Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch – BaFin veröffentlicht FAQs

Die BaFin hat am 12.08.2019 das Rundschreiben 06/2019 (BA) zum Thema Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch veröffentlicht. In unserem Blog sind wir bereits auf die Inhalte des Rundschreibens sowie Änderungen gegenüber dem Konsultationsentwurf eingegangen. Am 08.01.2020 hat die BaFin zur Beseitigung von Unklarheiten im Rundschreiben FAQs auf ihrer Homepage veröffentlicht.

Diese FAQs betreffen die Kapitel 3.2 a (Einzubeziehende Positionen) und 3.2 d (Fremdwährungspositionen) des Rundschreibens:

  • Unabhängig von der Einstufung als Handelsbuch- oder Nichthandelsbuchinstitut sind für die Bestimmung der Auswirkungen einer plötzlichen und unerwarteten Zinsänderung nur die für diese Bestimmung wesentlichen Geschäfte zu berücksichtigen.
  • Die BaFin stellt klar, dass der im Rundschreiben verwendete Begriff „notleidende Risikopositionen“ (NPEs) deckungsgleich mit dem entsprechenden Begriff aus FINREP ist. NPEs umfassen im Gegensatz zu NPLs auch Schuldverschreibungen und außerbilanzielle Positionen.
  • Die NPE-Quote wird berechnet als Quotient aus der Summe der Nominalwerte der zinstragenden NPEs und der Summe der Nominalwerte aller zinstragenden Positionen.
  • Die Frage, ob eine Fremdwährung als wesentlich anzusehen ist, ist anhand von Barwerten zu beantworten. D.h., dass der Barwert aller zinstragenden Vermögenswerte oder zinstragenden Verbindlichkeiten, die in einer Fremdwährung denominiert sind, mindestens 5% des Barwerts aller zinstragenden Vermögenswerte bzw. zinstragenden Verbindlichkeiten ausmachen muss, damit diese Fremdwährung als wesentlich angesehen wird.
  • Die Grenze von 5% für die Wesentlichkeit von Fremdwährungen ist nicht als „harte“ Grenze zu verstehen. Ein Institut muss eine Fremdwährungspositionen also auch dann als wesentlich betrachten, wenn diese 5% Grenze nicht eingehalten wird, seine internen Methoden aber von einer Wesentlichkeit ausgehen.

Die Experten von RFC Professionals begleiten seit vielen Jahren erfolgreich ihre Mandanten bei der Umsetzung aufsichtsrechtlicher Veränderungen. Gerne stehen wir Ihnen zum Austausch zur Verfügung. Ihre Ansprechpartner erreichen Sie per Mail.

Matthias Oßmann

Matthias Oßmann

& Andreas Majora

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