VAG Novelle 2016: Optimaler Einsatzzeitpunkt für „MoRec“

Mit der Vorlage der VAG Novelle, die ab dem 1.1.2016 Gültigkeit hat, wurde nunmehr auch die eigentliche rechtliche Grundlage in Deutschland geschaffen, dass die Bestimmungen aus Solvency II vom europäischem Recht auf nationaler Ebene übertragen werden können. Durch die umfassende Neuausrichtung mit entsprechenden Verordnungsermächtigungen wurden aktuelle Gegebenheiten geradezu umgestoßen und neu gefasst. Die Neuregelungen finden sich in den Dokumenten „Verordnung zur Aufhebung von Verordnungen aufgrund des Versicherungsaufsichtsgesetzes“ und „Verordnung zum Erlass von Verordnungen nach dem Versicherungsaufsichtsgesetz“. Solvency II ist somit in der letzten Instanz „freigegeben“ durch die Legislative.

Die Fachwelt sprach von einem kompletten Systemwechsel durch die Einführung von Solvency II zum 1. Januar 2016. Mehrere Jahre Übergangszeiten wurden gewährt, eine lange Dialogphase mit der nationalen Aufsicht BaFin erfolgte. Was ändert sich aber konkret – auf den ersten Blick nicht viel: Die Kapitalanforderungen der Versicherer orientieren sich künftig stärker an den durch die Unternehmen eingegangenen Risiken. Auch wurden die Governance-Anforderungen und die Berichtspflichten reformiert.

Was in den letzten beiden Sätzen sehr kurz zusammengefasst ist, bedeutet für die Versicherer die Umsetzung von mehr als 160 sogenannten Leitlinien mit weit über 300 Erläuterungen, die in der Zwischenzeit veröffentlicht und im Rahmen der Dialogphase mit der Branche diskutiert und analysiert wurden. Trotz Proportionalitätsprinzip, das kleinen Versicherer die Umsetzung erleichtern sollte, ergeben sich allein durch die Implementierung der geforderten 4 Schlüsselfunktionen: Risikomanagement, interne Revision, Compliance und versicherungsmathematische Funktion erhebliche Ressourcenbindungen. Marktgängige Software hilft der Branche zwar bei der Umsetzung der Säule I und Säule III, die aus Compliance Gesichtspunkten schwierigste Säule II wird hier meist nur rudimentär „en passant“ behandelt und erfordert nun die gesamte Aufmerksamkeit.

RFC Professionals hat alle bisherigen Veröffentlichungen seitens der Aufsichtsbehörden EIOPA und BaFin zu den Leitlinien, den Verlautbarungen und den Erläuterungen in einem Tool namens „MoReC“ (Management of Regulatory Compliance) abgebildet. Eine klare und strukturierte Grundlage wurde damit geschaffen, die den aktuellen Realisierungsgrad zu Solvency II jedes Versicherungsunternehmens feststellt und darüber hinaus auch aufzeigt, welche Schwächen bis zur regulatorischen Reife behoben werden müssen. Durch das in gemeinsamen Workshops mit unseren Kunden genutzte und praxiserprobte Tool entsteht ein deutlich erkennbarer Weg, der Spannungsfelder in der Umsetzung aufzeigt, aber auch geradlinig darlegt, wie diese Felder zu bearbeiten sind um an das Ziel der vollständigen regulatorischen Reife zu gelangen. Konkret bedeutet dies für unsere Kunden: Dem Abschlussprüfer nicht nur eine aktuelle Übersicht der Erfüllung der regulatorischen Anforderungen vorzuzeigen, sondern gleichzeitig auch eine Roadmap für die geplante Schließung der Lücken und die Einbettung der Risikotragfähigkeitsrechnung in die bestehende Organisation des Risikomanagements aufzuzeigen.

Trotz einheitlicher Vorgaben der Regulierungsbehörden, ist jedes Risikomanagementsystem bei den Versicherern unterschiedlich. So unterschiedlich wie unser jeweiliger Ansatz. Sprechen Sie uns an.

Alexander Wolf

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