SRB veröffentlicht Konsultationsentwurf zu neuer MREL Policy

Der Einheitliche Abwicklungsausschuss SRB hat am 26.02.2020 den Konsultationsentwurf für eine überarbeitete Fassung seiner Standards zu den Mindestanforderungen an Eigenmittel und berück-sichtigungsfähige Verbindlichkeiten (Minimum Requirement for Own Funds and Eligible Liabilities – MREL) veröffentlicht.

Damit sollen Anforderungen, die im Rahmen des im Juni 2019 beschlossenen Bankenpakets vorgesehen sind, auch in der MREL Policy berücksichtigt und in die Verwaltungspraxis überführt werden.

Die angepasste MREL-Policy thematisiert vor allem die folgenden Bereiche:

  • Kalibrierung von MREL,
  • Nachrangigkeitsanforderungen für Abwicklungseinheiten,
  • Interne MREL für Nicht-Abwicklungseinheiten,
  • MREL für Genossenschaften sowie
  • Anrechenbarkeit von Verbindlichkeiten unter Drittstaatenrecht und Übergangsvereinbarungen.

Der MREL stellt die Verfügbarkeit von Instrumenten zur Gläubigerbeteiligung (Bail-in) sicher und ist daher ein wesentlicher Baustein bei der Herstellung der Abwicklungsfähigkeit eines Instituts. Die überarbeitete MREL-Policy soll im zweiten Quartal 2020 veröffentlicht werden.

Daneben sieht die Roadmap der EBA zur Erfüllung ihrer Mandate zur ‚Abwicklung‘ einen weiteren Bericht zur MREL-Anwendung, Level und Lücken in Q3/2020 vor. Diverse weitere RTS und ITS sind für Q4/2020 geplant. Ein Bericht zur Auswirkungsstudie soll in Q4/2022 erstellt und veröffentlicht werden.

Darüber hinaus hat die EBA am 17.02.2020 auf Basis der Daten von 222 Instituten vom Dezember 2018 einen ersten quantitativen Bericht zum MREL veröffentlicht. Rund die Hälfte der untersuchten Institute (117 der 222) erfüllte dabei die jeweilige MREL Quote nicht. Dies entspricht einer Kapitallücke in Höhe von 178 Milliarden Euro. Dabei lagen die durchschnittlichen MREL Anforderungen zwischen 26,5% (G-SIBs) und 19,0% (kleine Institute). Die Ergebnisse zeigen – je nach Politik und Risikoappetit der zuständigen Abwicklungsbehörde – deutliche Unterschiede bei den Nachrangigkeits-Leveln. Daneben wird deutlich, dass die Auswirkungen der MREL-Regelungen auf die einzelnen Institute in Abhängigkeit bestehender individueller Finanzierungs-Profile stark variieren.

Die anstehenden Änderungen auf Basis der Neuregelungen im Bankenpaket, durch die auch eine Harmonisierung der Anwendung des MREL erfolgen soll, wurden im Rahmen des Berichts noch nicht berücksichtigt wurden. Durch die Bank Recovery and Resolution Directive (BRRD) wird – wie die folgende Abbildung zeigt – insbesondere G-SIBs eine zusätzliche Lücke bei Nachrang-MREL in Höhe von 36 bis 40 Milliarden Euro erwartet.

Abbildung 1: Lücken bei Nachrang-MREL für G-SIBs und top-tier Banken unter BRRD 1 und BRRD2 (siehe EBA Quantitative Report on MREL 02/2020)

Auf nationaler Ebene legt die BaFin als nationale Abwicklungsbehörde die MREL für Institute fest, für die der Einheitliche Abwicklungsausschuss SRB gemäß SRM-Verordnung nicht zuständig ist. Dies erfolgt unter Anwendung der geltenden MREL-Strategie des SRB. In ihrem Merkblatt 12/2019 beschreibt die BaFin das Verfahren zur „Festlegung des Mindestbetrages an Eigenmitteln und berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten für Institute, bei denen die Durchführung eines Insolvenzverfahrens als Abwicklungsstrategie glaubwürdig und durchführbar ist.“ Demnach müssen ausreichend Verbindlichkeiten mit Gläubigerbeteiligung (Bail-in) vorhanden sein, um Verluste zu decken und dem Institut neues Eigenkapital zuzuführen und damit die Abwicklungsfähigkeit sicherzustellen.

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Daniel Jürgens 

Daniel Jürgens

Sandra Schmolz 

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