Finanzkonglomerate – Solvabilität

Für Finanzkonglomerate, also Gruppen bzw. Unternehmen, die sich sowohl in der Bankenbranche als auch in der Versicherungsbranche bewegen (konkret definiert im § 18 Abs. 1 Finanzkonglomerate-Aufsichtsgesetz), hat die zuständige Aufsichtsbehörde BaFin in Verbindung mit der Deutschen Bundesbank einen neuen Meldevordruck zum Nachweis der angemessenen Eigenmittelausstattung verfasst.

Dieser Vordruck ersetzt zusammen mit einem am 20. Februar 2018 veröffentlichten Rundschreiben (04/2018) die veraltete Finanzkonglomerate-Solvabilitäts-Verordnung (FkSolV) aus September 2013. Notwendig wurde dies, nachdem Vorgaben der europäischen Eigenmittelverordnung (CRR) und Eigenmittelrichtlinie (CRD IV), Solvency II und der Delegierten Verordnung die Methoden zur Berechnung der Eigenmittelausstattung von Finanzkonglomeraten aus verschiedenen Blickwinkeln konkretisierte.

Da die Auswirkungen der Verbindungen von CRR, CRD IV und Solvency II auf die Eigenmittelausstattung noch „am Anfang“ stehen und gewisse Erfahrungen seitens der beteiligten Aufsichtsbehörden gesammelt werden sollen, stellt die BaFin für einen Übergangszeitraum den meldepflichtigen Unternehmen eines Finanzkonglomerates den Meldevordruck zum entsprechenden Nachweis zur Verfügung. Konkret ersetzt er den bisherigen Vordruck nach §10 und den Anlagen 1-8 der FkSolV. Im zugehörigen Rundschreiben werden die wesentlichen gesetzlichen Anforderungen als auch Ausfüllhinweise erläutert. Gegenüber dem bisherigen Verfahren gibt es gravierende Änderungen bei den einzelnen Eigenmittelbestandteilen, der Klassifizierung, den Anrechnungsgrenzen sowie bei der marktwertorientierten Neubewertung der Bilanzen.

Das aktuelle Rundschreiben adressiert insbesondere die drei durch die technischen Regulierungsstandards (RTS) definierten Berechnungsmethoden (Methode 1: Berechnung auf der Grundlage des konsolidierten Abschlusses, Methode 2: Abzugs- und Aggregationsmethode, Methode 3: Kombinationsmethode) zur Finanzkonglomerate-Solvabilität und gibt Hinweise zu deren Anwendung aus Sicht der BaFin und der Bundesbank. Konkret werden darüber hinaus die nachstehenden Themenkomplexe behandelt.

  • Zeitraum des Berichtes: Es besteht eine jährliche Pflicht der Berichtsabgabe und zwar direkt nach Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers, längstens allerdings 9 Monate nach Ende des Geschäftsjahres des übergeordneten Unternehmens
  • Verfahren zur Meldung: Beschreibung zum Aufbau und der Ausgestaltung des Meldeformulars sowie Erläuterungen zu einzelnen Positionen zum Ausfüllen des Vordrucks.
  • Explizite Erläuterung, das für Finanzkonglomerate, die von Versicherungsseite geführt werden und unter Solvency II Aufsicht stehen ebenfalls eine Meldepflicht besteht.

Nachstehend finden Sie die entsprechenden Links zum beschriebenen Meldevordruck als auch zum eigentlichen Rundschreiben 04/2018:

Meldevordruck

Rundschreiben 04/2018

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Alexander Wolf

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