Roadmap und Methodik zum EZB Stresstest 2019 veröffentlicht

2019 Sensitivity Analysis of Liquidity Risk (LiST)

Am 06.02.2019 hat die EZB weitere Informationen zum diesjährigen Stresstest veröffentlicht.

Von den teilnehmenden Banken wird erwartet, bisherige Liquiditätsmeldungen mit geänderter Methodik und unter speziellen Szenarien zu rechnen. Die EZB schätzt einen geringeren Aufwand im Vergleich zum EU-weitem Stresstest 2018 ein, da weniger als 5% der Datenpunkte in der Liquiditätsübung gefordert werden.

Roadmap Sensitivity Analysis of Liquidity Risk (LiST)



Regulatorischer Fokus

Im Fokus der diesjährigen Übung steht die Liquidität und die Überlebensdauer (Survival Period) in einem Liquiditätsstress. Die beteiligten Banken müssen auf Basis von bekanntem Maturity Ladder, Liquiditätsdeckungspotential und Eventualitäten ihre Netto-Liquiditätspositionen bereitstellen. Der Abdeckungsgrad zu bisherigen Meldungen sollte weit über 50% betragen. Der tatsächliche Abdeckungsgrad hängt natürlich von der individuellen Situation der jeweiligen Bank ab.

Stressszenarien

Grundsätzlich simuliert der 2019er Stresstest idiosynkratische Liquiditätsschocks mit sofortiger und wiederkehrender Wirkung innerhalb der kommenden 6 Monate ab dem Stichtag 31.12.2018, welcher einen Liquiditätshorizont zwischen den regulatorischen LCR und NSFR erschließt und zusätzliche Risikoinformation an die Aufsicht bereitstellt.

Es gilt insgesamt 2 deterministische Stressszenarien mit ansteigender Härte relativ zum Baseline Szenario zu berücksichtigen: Adverse Shock und Extreme Shock. Zusätzlich ist ein Planung-Szenario (business view) auf Basis bankinterner Annahmen zu melden. Die Risikofaktoren wurden aus regulatorischen Erfahrungswerten abgeleitet. Sie werden in vier Klassen unterteilt und pro Szenario unterschiedlich stark gestresst:

  • Geschäfte mit vertraglich fixiertem Ablaufdatum
  • Geschäfte ohne vertraglich fixiertes Ablaufdatum
  • Liquiditätsdeckungspotential (CBC) von hochwertigen Aktiva
  • Eventualitäten (Contingencies) auf Grund von zugesagten Kreditlinien und Ratingabstufung

Übersicht der regulatorischen Stresstesting-Aktivitäten in der EU



Im jährlichen Zyklus wechseln sich EU-weiter Stresstest und spezielle Stresstest Übungen (Exercises) ab. Die Ergebnisse werden im jährlichen SREP mitberücksichtigt, was einen zusätzlichen Druck über den Übungscharakter hinaus auf die Banken aufbaut. Vor allem ist fraglich, inwieweit eine Simulationstechnik auf der in der Vergangenheit liegenden Geschäftsstruktur für eine realistische Maßnahmenplanung in einem „forward-looking“-Ansatz für einen Liquiditätsstress geeignet ist. Dazu verlangt die EZB auch eine Business View, in dem die Planung der Bank mitberücksichtigt wird. Diese wird auch einen Vergleich mit den realisierten Werten am Ende der Stresstest-Übung im Juni ermöglichen.

RFC Professionals

Um den 2019-Stresstest möglichst effizient zu bewältigen, sind neben der methodischen Stresstesting Expertise und einem Detailwissen über Liquiditätsrisikomeldungen und -steuerung auch Umsetzungserfahrung im Datenmanagement erforderlich.

RFC Professionals kann in diesen Bereichen auf zahlreiche Umsetzungsreferenzen verweisen. Gerne begleiten wir Sie bei der erfolgreichen Bearbeitung der Liquiditäts-Übung und oder beraten Sie zu einzelnen Themenaspekten. Sprechen Sie uns an!

Ihre Ansprechpartner erreichen Sie gerne per Mail.

Volker Oostendorp

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Oostendorp

Ina Dimitrieva

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Sebastian Kalmbach

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Kalmbach

Dringlichkeit

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