Operationelle Risiken: Der neue Standardansatz und seine Auswirkungen

Im März hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) das zweite Konsultationspapier zur Ermittlung der Eigenkapitalanforderungen für operationelle Risiken veröffentlicht (BCBS 355: Standardised Measurement Approach for operational risk – consultative document).

Neben der Konsultationsphase bis zum 3. Juni 2016 ist die Durchführung einer weiteren QIS geplant, um die Regelungen final zu kalibrieren. Ein genauer Zeitplan für die Umsetzung von BCBS 355 soll im Laufe des Jahres veröffentlicht werden.

Der Standardised Measurement Approach (SMA) soll nicht nur die einfachen Ansätze der CRR (Basisindikatoransatz und Standardansatz), sondern auch den fortgeschrittenen Messansatz (AMA) ersetzen und somit für alle Banken verpflichtend gelten. Der Baseler Ausschuss zielt darauf ab, die Vergleichbarkeit der Kapitalunterlegung zwischen den Instituten zu verbessern, die Komplexität zu reduzieren und trotzdem die Risikosensitivität des AMA nicht außer Acht zu lassen.

Zur Berechnung der Eigenkapitalanforderungen für operationelle Risiken kombiniert der SMA daher einen Geschäftsindikator, der sich aus GuV-Komponenten zusammensetzt, mit bankinternen Verlustdaten. Es erfolgt eine Unterteilung des Geschäftsindikators in fünf Buckets, welche jeweils mit einem Koeffizienten zur Berechnung der Geschäftsindikatorkomponente versehen sind. Bei Banken in den Buckets 2 bis 5 ergeben sich die Eigenmittelanforderungen aus der Multiplikation der Geschäftsindikatorkomponente mit dem Multiplikator interner Verluste. Nur für Banken im Bucket 1 mit einem Geschäftsindikator bis zu 1 Mrd. Euro fließen keine Verlustdaten in die Berechnung ein.

Der neue Standardansatz wird unterschiedliche Auswirkungen auf die Banken haben:

Die Abschaltung des AMA führt bei den AMA-Banken mitunter zu höheren Eigenkapitalanforderungen, da der neue Standardansatz prinzipiell progressiver und konservativer konzipiert ist. Andererseits ermöglicht die Reduzierung der Komplexität in der Risikomessung zukünftig eine stärkere Fokussierung auf die Risikosteuerung.

Banken, die bisher die einfachen Ansätze verwendet haben, müssen zukünftig komplexere Berechnung durchführen und die notwendigen Verlustdatenhaushalte aufbauen bzw. erweitern. Erstmalig kann sich hier allerdings ein verbessertes Management von operationellen Risiken auf die Kapitalanforderungen positiv auswirken.

Gerne unterstützen wir Sie dabei, die Auswirkungen von BCBS 355 auf Ihr Haus zu evaluieren. Die Berater von RFC Professionals verfügen über langjährige Erfahrung in der Umsetzung regulatorischer Anforderungen in den Steuerungsprozessen und –systemen von operationellen Risiken. Wir unterstützen Sie bei der Ermittlung der Kapitalanforderungen, der Konzeption und Umsetzung von Verlustdatenhaushalten sowie bei der Optimierung des Managements von operationellen Risiken.

Sprechen Sie uns gerne an – wir nehmen uns Zeit für Sie.

Volker Oostendorp

Ihr Ansprechpartner:

Volker Oostendorp

Mail