MaGo für Versicherungen – Mindestanforderung an das Governance-System

Aktuell arbeitet die nationale Aufsichtsbehörde BaFin an „Mindestanforderungen für die Geschäftsorganisation von Versicherungsunternehmen“ – kurz MaGo genannt.

Die am 21. Dezember 2015 erstveröffentlichten Auslegungsentscheidungen der BaFin zur sogenannten zweiten Säule von Solvency II werden dann wieder hinfällig und durch die MaGo abgelöst werden. Wahrscheinlich erfolgt eine Veröffentlichung in Form eines Rundschreibens wie es die Branche von der MaRisk aus 2009 heraus kennt.

Die BaFin steht allerdings in ihren Überlegungen noch ziemlich am Anfang – inwieweit die bestehenden Vorgaben in Zukunft inhaltlich weiterentwickelt werden ist noch etwas unklar. Mit der Branche soll die Thematik in einer Konsultationsphase zwischen Mai und Oktober diskutiert werden, dass Verfahren ist aus der Einführungsphase von Solvency II in den Jahren 2014 und 2015 durchaus bekannt und bindet die betroffenen Unternehmen direkt ein. Betroffene werden also zu Beteiligten gemacht.

Als derzeitiger geplanter Veröffentlichungszeitpunkt wird Ende 2016 als realistisch angesehen. Insofern kann es bereits ab Januar 2017 verbindlich für die Branche werden.

Ebenfalls wird es neue Merkblätter im Hinblick auf Qualifikationsanforderungen von bestimmten Funktionsträgern innerhalb der Versicherungsorganisation geben – zumindest kann daraus aufgrund der aktuellen ebenfalls durchgeführten und laufenden Konsultationsphase geschlossen werden.

Aus dem aktuellen Jahresbericht der BaFin, der am 10. Mai veröffentlicht wurde geht hervor, dass im Fokus von anstehenden Prüfungen in diesem Jahr vor allem die Anforderungen an die Geschäftsorganisation der Versicherer als auch an die Personen, die Schlüsselfunktionen innehaben, steht. Insbesondere wird auch die Governance Überwachung ein Prüfungsthema sein, abgesehen von den neuen Berichtserstattungspflichten. Verwender von internen oder auch partiell internen Modellen (derzeit nur 27 Versicherer) werden ebenfalls gezielt geprüft.

Die Entwicklung zeigt auf, dass mit der Einführung von Solvency II am 1. Januar 2016 noch lange nicht das Ende von weiteren Umsetzungsanforderungen seitens der regulatorischen Aufsicht erreicht ist und für die Versicherungsbranche weitere Maßnahmen – insbesondere in der zweiten Säule von Solvency II – anstehen.

Wir verfolgen die aktuellen Entwicklungen in der Versicherungsbranche sehr genau und zeitnah, sodass sichergestellt werden kann, dass Umsetzungsmaßnahmen, die in geraumer Zeit wieder obsolet sein werden nicht zu unserem Angebotskatalog im Beratungsansatz gehören. Sprechen Sie uns gerne an – wir nehmen uns Zeit für Sie.

Alexander Wolf

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