Integrierte Risiko- und Finanzarchitekturen

Kreditinstitute investieren derzeit massiv in die Modernisierung ihrer Risiko- und Finanzarchitekturen. Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG betragen die Budgets für diese Initiativen zwischen 100 Mio. und 500 Mio. Euro; in manchen Häusern liegen sie sogar darüber. Der Scope reicht von der Modernisierung der Rechnungswesensysteme bis zur vollständigen Datenintegration von Rechnungswesen, Risiko, Controlling und Meldewesen. Die geplanten Projektlaufzeiten bewegen sich zwischen 5 und 10 Jahren. Viele Banken stehen noch am Anfang ihres Vorhabens.

Hauptreiber für diese Programme sind regulatorische Anforderungen und bilanzielle Vorschriften: BCBS 239, AnaCredit, IFRS 9, SREP sowie Adhoc-Anfragen der Aufsicht z.B. im Rahmen von Stresstests erfordern eine grundlegende Verbesserung der Datenverfügbarkeit, –granularität und -qualität sowie ein Zusammenwachsen der Datenhaushalte von Risiko und Finanzen.

Aber auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht versprechen die Vorhaben einen großen Nutzen: Die Integration der ökonomischen, bilanziellen und regulatorischen Steuerungssicht durch eine einheitliche Datenbasis ermöglicht eine effektive Gesamtbanksteuerung. Zusätzlich lassen sich durch die Automatisierung von Reportingprozessen und die Abschaltung von Altsystemen nachhaltig Kosten reduzieren. Begünstigt werden die Initiativen durch den starken technologischen Fortschritt z.B. im Bereich Big Data.

RFC Professionals empfiehlt bei der Umsetzung dieser hochkomplexen Programme die Beachtung der folgenden kritischen Erfolgsfaktoren:

  • Durch eine bereichsübergreifende Governance sollten die Interessen der verschiedenen Stakeholder aus den Bereichen Risiko, Finanzen, Controlling, Meldewesen und IT berücksichtigt werden. Tochterunternehmen sind gerade bei komplexen Konzernstrukturen rechtzeitig einzubinden.
  • Voraussetzung für den Aufbau einer integrierten Datenschicht für Risiko, Finanzen, Controlling und Meldewesen ist ein konzernweit abgestimmtes, bereichsübergreifendes Data Dictionary.
  • Die Zielarchitektur sollte sich auszeichnen durch einen hohen Automatisierungsgrad der Daten- und Reportingprozesse sowie die Verwendung von In-Memory Datenbanken, flexiblen Reporting-Lösungen und Standardsoftware für Rechnungswesen und Meldewesen.
  • Die Umsetzungsplanung sollte sich stringent an der Zielarchitektur ausrichten, einen schrittweisen und konsequenten Abbau der Altsysteme vorsehen und eine regelmäßige Synchronisierung mit neuen und geänderten regulatorischen Anforderungen beinhalten.

Mit unserer fachlichen, praktischen Erfahrung aus Risiko- und Finanzarchitektur-Projekten bei diversen Kreditinstituten unterstützen wir Sie gerne. Sprechen Sie uns an – wir nehmen uns Zeit für Sie.

Volker Oostendorp

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