Finanzstabilitätsdatenerhebungsverordnung (FinStabDEV) für finanzielle Kapitalgesellschaften

Der am 20.12.2019 zur Konsultation gestellte Referentenentwurf zur neuen Finanzstabilitätsdatenerhebungsverordnung (FinStabDEV) ist neben der Wohnimmobiliendarlehensrisikoverordnung eine weitere Novelle zum Finanzstabilitätsgesetz (FinStabG). Hierdurch wird die Deutsche Bundesbank durch das Bundesministerium der Finanzen (BMF) dazu ermächtigt, zusätzliche Daten zur Erfüllung Ihrer Aufgaben nach dem Finanzstabilitätsgesetz gem. §6 Abs. 2 FinStabG zu erheben. Hierbei handelt es sich in erster Linie um Daten zu Wohnimmobilienfinanzierungen.

Risiken rechtzeitig im Wohnimmobilienmarkt identifizieren

Für eine erfolgreiche und rechtzeitige Risikoidentifizierung im Sinne der Finanzstabilität ist eine regelmäßige Verfügbarkeit besonderer Daten von immenser Bedeutung. Da der Wohnimmobilienmarkt in Deutschland gesamtwirtschaftlich eine besondere Rolle einnimmt, kommt ihm aufgrund der dort vorherrschenden Finanzierungsstrukturen auch für die Finanzstabilität eine große Bedeutung zu.

Ein wesentlicher Bestandteil der Überwachung der Finanzstabilität ist die Analyse und Bewertung vom Wohnimmobilienmarkt ausgehender systemischer Risiken für das deutsche Finanzsystem. Die Qualität dieser Analysen zum Immobilienmarkt hängt jedoch von der Granularität und Verfügbarkeit von Daten ab, auf denen diese Untersuchungen beruhen.

Risiken drohen insbesondere im Zusammenhang mit Überbewertungen auf Wohnimmobilienmärkten, nachlassenden Kreditvergabestandards sowie einer übermäßigen Expansion der Kreditvergabe.

Die Analysen der neu erhobenen Datenattribute dienen der Quantifizierung von finanzstabilitätsrelevanten Veränderungen in der Darlehensvergabe, die aus den derzeit vorhandenen Daten nicht ablesbar sind. Somit sollen zukünftig entsprechende Maßnahmen und Verfahren ergriffen und beispielhaft vorhandene Instrumente zum angemessenen Zeitpunkt aktiviert werden.

Wen betrifft die FinStabDEV?

Gemäß §2 Abs.1 Nr.1 FinStabDEV sind Mitteilungspflichtige alle finanziellen Kapitalgesellschaften im Sinne des Anhangs A Kapitel 2 Nummer 2.55 bis 2.110 der Verordnung (EU) Nr. 549/2013 mit Sitz im Inland. Hauptakteure in diesem Sinne sind Kreditinstitute im Inland und ihre Zweigniederlassungen, Geldmarkt- und Investmentfonds, Versicherungsgesellschaften und Altersvorsorgeeinrichtungen.

Datenerhebung und initiale Meldeeinreichung nach FinStabDEV

Die Datenanforderung erfolgt gemäß §3 Abs.1 FinStabDEV durch die Deutsche Bundesbank. Form, Format und Meldeturnus sind im aktuellen Entwurf noch nicht final präzisiert. Diese wird durch die Deutsche Bundesbank über die Veröffentlichung der Richtlinie und dem Rundschreiben noch erfolgen.

Die folgende Abbildung zeigt die Datenattribute der FinStabDEV:

 

Finalisierung und erste Meldeeinreichung

Die Finalisierung der FinStabDEV und der Erlass der Verordnung durch das BMF wird für das 2. Quartal 2020 erwartet. Ab dem 3. Quartal erfolgt die Veröffentlichung der Richtlinien und Rundschreiben durch die Deutsche Bundesbank. Der Fahrplan sieht vor, dass die erste FinStabDEV-Meldung ab dem 2. Quartal in 2021 durch die finanziellen Kapitalgesellschaften zu erstellen ist. Inwiefern Verschiebungen aufgrund von Covid-19 erfolgen können, ist nicht absehbar.

Projekte jetzt mit RFC angehen

Mit Einführung der FinStabDEV ermächtigt das BMF die Deutsche Bundesbank nach der Kreditdatenstatistik (AnaCredit) zukünftig eine weitere große statistische Meldung bei den Instituten einzufordern. Institute sollten sich ehestmöglich dem Thema widmen, um die Meldung termingerecht einreichen zu können. Durch zusätzliche Attribute und damit einhergehenden neuen Datenerhebungen werden u.a. ein angepasstes Datawarehouse mit erhöhtem Volumen und Schnittstellenanpassungen umzusetzen sein. Insbesondere Institute mit hohen Kreditvolumina auf dem Wohnimmobilienmarkt sollten ein besonderes Interesse an einer reibungslosen Meldungserstellung haben. Hier werden neben der erhöhten Datenvolumina auch die performante und sichere Verarbeitung dieser Daten im Fokus stehen.

Unsere Experten im Aufsichtsrecht unterstützen Sie tatkräftig bei der Umsetzung, angefangen bei der Fachkonzeption bis hin zur operationellen Meldungserstellung. Ob SAP HANA oder Standardsoftware zur Meldeerstellung, beides sind keine Fremdwörter für uns.

Sprechen Sie uns an, wir freuen uns auf Ihren Kontakt.

Daniel Jürgens

Daniel Jürgens

& Andreas Majora

Taylan Ciftci

Taylan Ciftci

Dringlichkeit

Umsetzungsaufwand

Auswirkungen