Finales Rundschreiben 09/2018 zu Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch

Am 12.06.2018 hat die BaFin die Neufassung des bisherigen Rundschreibens 11/2011 für Zinsänderungsrisiken im Ablagebuch (ZÄR im AB) veröffentlicht. Das Rundschreiben 9/2018 ist von allen Kreditinstituten im Sinne von § 1 Absatz 1 KWG (welche nicht von der Anwendung des § 10 Absatz 3 KWG ausgenommen werden) sowie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zu beachten. Ausgenommen sind zudem Wertpapierhandelsbanken und Zweigniederlassungen nach § 53b Abs. 1 KWG und Drittstaatenzweigstellen im Sinne der Befreiung nach § 53 c KWG.

Die am 23.06.2016 von der BaFin final veröffentlichte Allgemeinverfügung hinsichtlich dem ZÄR im AB bleibt hiervon unberührt (siehe hierzu auch: BaFin veröffentlicht Allgemeinverfügung zur EK-Unterlegung von Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch).

Die wesentlichen Neuerungen des Rundschreibens sind:

  1. Berücksichtigung von Cashflows ohne Margen,
  2. Streichung des Ausweichverfahrens1 und
  3. Alternative Schockhöhe.

Details zu den Neuerungen sowie die Hintergründe und Notwendigkeiten der Überarbeitung des Rundschreibens sind zur Konsultationsfassung unverändert. Details hierzu hatten wir bereits zum Konsultationszeitpunkt ausführlich in nachfolgendem Blog erläutert.

Aufgrund der Konsultation wurden die nachfolgenden wesentlichen Sachverhalte konkretisiert bzw. angepasst:

  1. Für unmittelbar der EZB-Aufsicht unterstehende Institute sind, falls abweichend, die EZB-Vorgaben zur Berechnung des Zinsschocks maßgebend. Zudem können die an die EZB gemeldeten Daten zur Grundlage der Meldung an die deutschen Aufsichtsbehörden genutzt werden (Vermeidung von Doppelberechnungen und -arbeiten). Meldepflichten nach FinaRisikoV, welche nicht durch die an die EZB gemeldeten Daten abgedeckt sind, müssen durch diese Institute auch weiterhin an die Deutsche Bundesbank und die BaFin gemeldet werden.
  2. Der Begriff der unmittelbaren Pensionsverpflichtungen wird konkretisiert (es wird auf handelsrechtliche Regelungen Bezug genommen).
  3. Bei zinssensitiven Optionen werden diesbezüglich die Unterkategorien marktzinsabhängige bzw. marktzinsunabhängige Optionen konkretisiert.
  4. Zudem wird klargestellt, dass hinsichtlich der Auslagerung der Berechnung des Baseler Zinsschocks die allgemeinen Regelungen des AT 9 MaRisk Anwendung finden.

Die Berater von RFC Professionals begleiten ihre Kunden ganzheitlich von der Analyse der Auswirkungen der neuen IRRBB Standards bis zur Implementierung der notwendigen Anpassungen des Geschäftsmodells, der Risikosteuerungsmodelle und -prozesse und der IT- Landschaft. Sprechen Sie uns gerne an.

Ihre Ansprechpartner erreichen Sie gerne per Mail.

Volker Oostendorp

Volker Oostendorp

Matthias Oßmann

Matthias Oßmann

Dringlichkeit

Umsetzungsaufwand

Auswirkungen

1 Die EBA-Guidelines von 2015 verpflichten die Institute, ihre Zinsänderungsrisiken sowohl barwertig als auch ertragsorientiert zu messen. Diese Vorgaben wurden mit der MaRisk-Novelle 2017 umgesetzt. Somit müssen Banken zukünftig in der Zinsrisikomessung beide Steuerungsperspektiven berücksichtigen. Die im Rahmen der überarbeiteten MaRisk gewährte Übergangsfrist finden auch für die Streichung des Ausweichverfahrens Anwendung.