EZB veröffentlicht Ergebnisse des SREP 2019

Die EZB hat am 28. Januar 2020 die Ergebnisse aus dem aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozesses (Supervisory Review and Evaluation Process, SREP) für 2019 veröffentlicht.

Die EZB lässt demnach die Kapitalanforderungen und -empfehlungen für das harte Kernkapital mit 10,6% unverändert gegenüber 2018. Die durchschnittliche Säule-2-Kapitalanforderung (P2R) und die Säule-2-Empfehlung (P2G) bleiben weiterhin bei 2,1% bzw. 1,5%.

Im Zusammenhang mit den SREP Prüfungen wurden jedoch einige Schwächen und Probleme in Bezug auf Geschäftsmodelle, interne Governance und operationelle Risiken der Banken festgestellt. Daher sollen diese Bereiche bei den nächsten Prüfungen nochmals verstärkt betrachtet werden. Insgesamt verschlechterten sich die SREP-Gesamt-Scorewerte leicht gegenüber dem Vorjahr und es kam zu mehr Beurteilungen mit der Score-Note 3.

Die Verschlechterungen bei der Beurteilung der Geschäftsmodelle basieren im Wesentlichen auf der weiterhin geringen und/oder sinkenden Rentabilität. Diese lag teilweise sogar unterhalb der Kapitalkosten, was zu einer Verschlechterung der Ertrags-Kosten-Quote führte.

Im Bereich der internen Governance wurden Schwachstellen bei der Effizienz des Managementboards, dem Management und der Kontrolle von Auslagerungsrisiken, den Datenaggregationskapazitäten sowie der Ausrichtung an den BCBS 239-Prinzipien und den Kontrollen und Verfahren zur Bekämpfung der Geldwäsche identifiziert. Wie die folgende Grafik zeigt, erhöhte sich dadurch der Anteil an Instituten mit der Note 3 von 67% (2018) auf nunmehr 76%.

 

Abbildung 1: Scores im Bereich Internal Governance. Quelle: Aggregate SREP outcome for 2019 der EZB

Auf Basis dieser Ergebnisse wurden verstärkte Prüfungen der Nachhaltigkeit der Geschäftsmodelle – insbesondere im Hinblick auf die Ertragslage – und der internen Governance avisiert.

Entstandene Verluste im Rahmen des operationellen Risikos waren insbesondere auf den Eintritt von Ereignissen im Zusammenhang mit dem Verhaltensrisiko zurückzuführen. Als weitere zentrale Quelle des operationellen Risikos wurden IT-/ Cyberrisiken identifiziert. So stellen die IT und die Risikodaten die größten Problembereiche dar. Auch beim operationellen Risiko kam es zu einer deutlichen Zunahme der Bewertung mit Score 3.

Fortschritte beim Abbau notleidender Kredite werden anhand der Vorgaben der NPL-Reduzierungsstrategien auch in Zukunft laufend verfolgt und müssen nachgehalten werden. Hier wurden die gesetzten Ziele hinsichtlich der Bereinigung der Bilanzen weitgehend eingehalten.

Die Liquiditätsposition der Banken scheint solide, auch wenn viele bedeutende Institute die eigenen Ziele für die Refinanzierungspläne verfehlten. Die Bewertungen sind im Einklang mit den Ergebnissen des Liquiditätsstresstests 2019. Auch hier kam es – wie die folgende Abbildung zeigt – zu einer leichten Verschlechterung der Scores auf hohem Niveau von Note 1 hin zu Note 2.

 

Abbildung 2: Scores im Bereich Liquidität. Quelle: Aggregate SREP outcome for 2019 der EZB

Aus den Ergebnissen des SREP 2019 sowie der angekündigten erweiterten bzw. verstärkten Prüfungen in den von der EZB als kritisch eingestuften Bereichen ergibt sich Handlungsbedarf hinsichtlich der institutsindividuell zu ermittelnden bzw. ermittelten Schwachstellen. Zur Vorbereitung auf anstehende Prüfungen sollte eine Strategie zur Schließung dieser GAPs entwickelt sowie über Maßnahmenpläne umgesetzt und implementiert werden.

Sehr gerne unterstützen die Experten von RFC Professionals Sie bei der Analyse des individuellen Handlungsbedarfs sowie bei Projekten zur Schließung identifizierter GAPs und Vorbereitung auf Prüfungen. Gerne diskutieren wir zudem Details zu den betroffenen Themenfeldern in einem persönlichen Termin. Wir sind jederzeit gerne für Sie da! Ihre Ansprechpartner erreichen Sie per Mail.

Volker Oostendorp

Volker Oostendorp

Sandra Schmolz

Sandra Schmolz

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