Entwurf der BaFin Verordnung zur Änderung der Groß- und Millionenkreditverordnung (GroMiKV) wurde veröffentlicht

Am 13.06.2017 hat die BaFin den Entwurf der Verordnung zur Änderung der GroMiKV veröffentlicht. Der Entwurf enthält im Wesentlichen Erleichterungen zur Behandlung gruppeninterner Risikopositionen in der GroMiKV sowie modifizierte Meldeformate. Insbesondere die Erleichterungen zur Behandlung gruppeninterner Risikopositionen sowie Änderungen zur Umrechnung der auf fremde Währungen lautenden Positionen sollen zum 01.01.2018 in Kraft treten. Die weiteren Änderungen finden ab dem 01.01.2019 Anwendung. Stellungnahmen sind bis zum 12.07.2017 möglich.

Die bisherigen Ausnahmen von der Anwendung der Obergrenze für Großkredite sehen in § 2 Abs. 2 Nr. 2 GroMiKV vor, dass Risikopositionen in Höhe von 75% ihrer Bemessungsgrundlage bei der Berechnung der Obergrenze für Großkredite nach Art. 395 Abs. 1 CRR ausgenommen werden, solange kreditgebendes und kreditnehmendes Institut in dieselbe Beaufsichtigung auf konsolidierter Basis einbezogen sind.

§ 2 Abs. 3 GroMiKV sieht zudem die Möglichkeit vor, dass auf Antrag des Instituts eine Ausnahme von bis zu 93,75% der Bemessungsgrundlage bei der Berechnung der Großkreditobergrenze innerhalb der Gruppe zugelassen werden kann, wenn der Nachweis erbracht wird, dass:

  • gruppenangehörige Unternehmen, gegenüber dem die Risikoposition besteht, in die Beaufsichtigung auf konsolidierter Basis einbezogen ist und
  • Institut der Bundesanstalt nachweist, dass die Ausnahme für die Liquiditätsversorgung innerhalb der Gruppe notwendig ist und kein unangemessenes Konzentrationsrisiko entsteht.

Im Falle der Zentralisierung des Risikomanagements bei einem bestimmten gruppenangehörigen Unternehmen entstehen grundsätzlich Kontrahentenausfallrisiken aus Absicherungsgeschäften gegenüber dieser zentralen Einheit. Im Hinblick auf den Zweck der Großkreditregelungen, die Konzentrationsrisiken vorbeugen sollen, macht es jedoch keinen Unterschied, ob diese aus einem Kontrahentenausfallrisiko gegenüber gruppenangehörigen Unternehmen oder aus Liquiditätstransfers innerhalb der Gruppe stammen. Aus Neutralitätsaspekten heraus wurde daher die GroMiKV dahingehend ergänzt, dass auch Gruppen mit zentralem Risikomanagement in den Anwendungsbereich der Ausnahme nach § 2 Absatz 3 GroMiKV fallen.

Die Anpassung der Meldevorgaben zum Millionenkreditmeldewesen beruhen primär auf der Verschiebung der Umsetzung des Modernisierungskonzepts zum Millionenkreditmeldewesen auf den 01.01.2019, aufgrund der verspätete AnaCredit Inkraftsetzung Mitte 2016. Insofern werden die aktuell gültigen Meldeformate ergänzt und als neue Anlage 7 (Meldeformate BA, BAS, BA6, BAS6, BA7 und BAS7) angefügt.

Die Experten von RFC Professionals begleiten seit vielen Jahren erfolgreich aufsichtliche Veränderungen und hieraus resultierende Anpassungen im Meldewesen. Gerne unterstützen wir Sie bei der Bewertung der Auswirkungen aus der GroMiKV-Änderung und Implementierung. Sprechen Sie uns gerne an!

Ihre Ansprechpartner erreichen Sie gerne per Mail.

Matthias Oßmann

Matthias
Oßmann

Vedad Bijedic

Vedad
Bijedic

moderat

Dringlichkeit

moderat

Umsetzungsaufwand

gering

Auswirkungen