EBA Roadmap zu FRTB und Gegenparteirisiko veröffentlicht

Die EBA hat am 27. Juni ihre Roadmap zu den neuen Markt- und Gegenparteirisiko-Ansätzen veröffentlicht. Gleichzeitig startet sie eine Konsultation zu technischen Standards für die IMA im Rahmen des FRTB sowie eine Datenerhebung zu nicht modellierbaren Risikofaktoren. Ziel der Roadmap ist die Sicherstellung einer reibungslosen Implementierung der neuen Ansätze in der EU.

Der Entwurf der Roadmap wurde auf Basis des Diskussionspapiers zur „Implementierung des überarbeiteten Markt- und Gegenparteirisiko Rahmenwerks in der EU“ vom 18. Dezember 2017 unter Berücksichtigung der Vorschläge aus dem anschließenden Konsultationsprozess erhaltenen Rückmeldungen entwickelt.

Die Roadmap umfasst die folgenden drei Konsultationspapiere mit Entwürfen zu elf technischen Standards (RTS) zu den neuen IMA Ansätzen unter dem FRTB Standards mit einer Konsultationsfrist bis 4. Oktober 2019:

Alle in den drei Diskussionspapieren enthaltenen Entwürfe der RTS spezifizieren essenzielle Aspekte des IMA im FRTB sowie des SA-CCR und bilden eine wichtige Grundlage für eine reibungslose und harmonisierte Implementierung des FRTB und des SA-CCR in der EU.

Im Speziellen enthält die Roadmap eine Übersicht sowie Priorisierung der Arbeiten der EBA an den insgesamt 30 Mandaten der EBA gem. Art. 325bd, be, bf und bg CRR II.

Dazu werden die einzelnen Mandate vier Phasen zugeordnet, die weitgehend im Einklang mit den Deadlines der CRR2 stehen. Zu Beginn wird an der Implementierung wesentlicher Teile des Rahmenwerks gearbeitet. Am Ende stehen die Regulierungsprodukte, für deren Entwicklung einige Erfahrungen oder Rückmeldungen aus den frühen Phasen der Umsetzung des Rahmenwerks erforderlich sind. Zusätzlich zu den Arbeiten an den Mandaten beschäftigt sich die EBA mit den Umsetzungsfragen, die sich ergeben werden, sobald die Aufsichtsbehörden und die Industrie mit der Vorbereitung und Umsetzung des Rahmens beginnen.

Im Detail sind die folgenden Phasen vorgesehen:

Phase 1: Umsetzung der SA-CCR und wesentlicher Teile der FRTB-Neufassung für den IMA.

Phase 2: Implementierung der FRTB-Berichtspflichten (FRTB SA) und wesentlicher Teile der FRTB-Neufassung für den IMA und zur Behandlung von Nicht-Handelsbuch-Positionen, die FX- oder Rohstoffrisiken unterliegen.

Phase 3: Umsetzung der FRTB-Berichtspflichten (FRTB IMA) und der regulatorischen Produkte im Zusammenhang mit der FRTB SA.

Phase 4: Regulierungsprodukte, deren Grundlage aus der Überwachung der Anwendung der überarbeiteten Rahmenwerke gewonnen wird.

Die folgende Abbildung zeigt die einzelnen Phasen sowie die jeweils umzusetzenden Mandate.

Dabei ist insbesondere darauf hingewiesen, dass die Inkraftsetzung des technischen Standards zum FRTB IMA mit einer Umsetzungsfrist von 9 Monaten den 3-jährigen Zeitraum auslösen wird, nach dem die IMA-Institute verpflichtet sind, ihre IMA Zahlen gemäß den Berichtspflichten zu melden.

Zeitgleich führt die EBA bis zum 4. September 2019 eine Datenerhebung zu nicht modellierbaren Risikofaktoren (NMRF) durch, die als Grundlage für die Feinabstimmung und Kalibrierung der im Diskussionspapier vorgestellten Methodik zur Berechnung der Capital Charge für als nicht-modellierbar identifizierte Risikofaktoren im Rahmen des IMA dienen soll. Als Hilfestellung für die Institute beim Ausfüllen der Vorlage, wurden Anleitungen, die auch den Zeitplan der Erhebung angeben, auf der Webseite veröffentlicht.

Bei der Aufstellung der Roadmap für die Implementierung hat die EBA die Bedenken der Institute hinsichtlich des operationellen Aufwands in Verbindung mit der Implementierung der neuen Interne Modelle Ansätze und den korrespondierenden Prozessen der aufsichtlichen Prüfungen berücksichtigt. Daher werden die meisten mit dem IMA verbundenen Mandate als Priorität während der Anfangs-phasen der Implementierung behandelt. Dies sollte den Instituten auch die notwendige Rechts-sicherheit geben, die zur Durchführung von Investments in und Verbesserungen an ihren bestehenden Systemen und Prozessen, welche der neue IMA erfordert, notwendig ist.

Gleichzeitig zielt die EBA Roadmap auch auf schnelle Regelungen zum neuen Standardansatz für das Gegenparteirisiko (SA-CCR) und spezifischen Reporting Anforderungen für Marktrisiko, die den ersten Schritt zur vollständigen Implementierung des FRTB in der EU darstellen.

Schließlich erkennt die EBA-Roadmap die Bedeutung von im Einklang mit internationalen Standards entwickelten technischen Standards, die klare, anwendbare und durchsetzbare Anforderungen festlegen, wodurch gleiche Wettbewerbsbedingungen geschaffen und zu einer harmonisierten Anwendung der neuen Ansätze beitragen. In Bezug auf die technischen Standards für die SA-CCR, die am 2. Mai 2019 zur Konsultation veröffentlicht wurden, und die zum FRTB IMA, die mit Veröffentlichung der Roadmap zur Konsultation gestellt wurden, wird sich die EBA weiterhin bemühen, ihre Mandate gemäß ihrer Roadmap zu erfüllen, um so zu einer reibungslosen Implementierung der neuen Ansätze in der EU beizutragen.

Die Roadmap enthält eine detaillierte Übersicht zu den finalen Mandaten der EBA zu SA-CCR und FRTB aus der CRR2 (nach Veränderungen im Rahmen des Konsultationsprozesses, während dem Mandate teilweise weggefallen sind und teilweise angepasst wurden).

Für den FRTB sind insgesamt 30 Mandate, davon 26 RTS, 1 ITS, 2 Sets an Leitlinien und 1 Bericht, beim SA-CCR insgesamt 5 Mandate, 4 RTS und 1 Bericht beauftragt.

Die Vielzahl der zwischen 2020 und 2024 umzusetzenden neuen technischen Standards muss in der Folge genau analysiert werden und bringt einen erheblichen Umsetzungsaufwand mit sich. Neben dem technisch-organisatorischen Anpassungsbedarf zur Sicherstellung der erforderlichen Datenqualität und Dateninfrastruktur sind auch Anpassungen bei den Prozessen, im Rahmen des Risikomanagements und bei den internen Modellen erforderlich. Die neuen Regelungen können zudem zu erhöhten Kapitalanforderungen führen, weshalb die Durchführung von Proberechnungen im Vorfeld dringend angeraten wird.

Die Experten von RFC Professionals begleiten seit vielen Jahren erfolgreich ihre Mandanten bei der Umsetzung aufsichtsrechtlicher Anforderungen und Änderungen sowie der Erstellung von Meldungen und Offenlegungsberichten. Wir sind jederzeit gerne für Sie da! Ihre Ansprechpartner erreichen Sie per Mail.

Volker Oostendorp

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Oostendorp

Sandra Schmolz

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