EBA-Auswirkungsstudie zu Auswirkungen von Basel III veröffentlicht

Als Antwort auf den Call for Advice der EU Kommission hat die EBA hat am 2. Juli 2019 die Ergebnisse einer Auswirkungsstudie zur Implementierung der Regelungen der Basel III Finalisierung präsentiert.

Die Auswirkungsstudie basiert auf Daten von Juni 2018 von 189 EU Banken (24 kleine, 61 mittlere und 104 große) und enthält einen umfangreichen Katalog an Empfehlungen für die Bereiche Kreditrisiko, operationelles Risiko, Output Floor und Wertpapierfinanzierungsgeschäfte.

Die Auswirkungsstudie wurde unter konservativen Annahmen durchgeführt und zeigt, dass die vollständige Implementierung der Regelungen zur Basel III Finalisierung zu einem Anstieg der durch-schnittlichen Mindestkapitalanforderung um 24.4% und einer Kapitallücke von 135,1 Mrd. EUR führt. Haupttreiber der Auswirkungen sind dabei große, international aktive Banken. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wesentlichsten Ergebnisse in den verschiedenen Risikobereichen unterteilt nach Größe der Institute.

  KSA Kredit-Risiko IRBA CCP Verbrief-ung Marktpreis-risiko OpRisk CVA Leverage Ratio Output Floor Gesamt
Alle Banken 2,7% 2,7% 0,1% 0,6% 2,5% 3,3% 3,9% -0,5% 9,1% 24,4%
Große Institute 2,3% 2,8% 0,1% 0,7% 2,6% 3,4% 4,1% -0,5% 9,5% 25,0%
davon G-SIB 1,7% 3,5% -0,1% 1,2% 4,2% 5,5% 5,1% 0,0% 7,6% 28,6%
davon A-SIB 2,3% 1,7% 0,2% 0,3% 1,6% 2,1% 3,7% -0,5% 12,1% 23,6%
Mittlere Institute 9,7% 0,1% 0,0% 0,0% 0,9% 0,3% 0,5% -1,1% 0,9% 11,3%
Kleine Institute 10,7% 0,0% 0,2% -1,9% 0,0% -3,7% 0,3% -0,1% 0,0% 5,5%
 

Die Tabelle zeigt mit 25,0% die größten Auswirkungen bei den großen Instituten. Haupttreiber sind dabei die Regelungen neben dem Output Floor die Regelungen zum CVA und operationellem Risiko. Mittlere und kleine Institute sind mit 11,3% und 5,5% weniger stark betroffen. Hier konnte insbesondere der neue KSA als Haupttreiber identifiziert werden.

Weitere Details zu den wesentlichen Ergebnissen können der Präsentation der EBA entnommen werden.

Der DK warnt in seiner Stellungnahme zum EBA-Bericht vor den erheblichen negativen Auswirkungen bei einer 1:1 Umsetzung der Baseler-Finalisierung in Europa.

Es ist davon auszugehen, dass der tatsächliche zusätzliche Kapitalbedarf deutlich über dem vorläufigen Ergebnissen der Auswirkungsstudie EBA von ca. 135 Mrd. EUR liegen wird. So wurden darin weder alle aufsichtlichen Komponenten noch die zusätzlichen aufsichtlichen Kapitalpuffer berücksichtigt, welche wiederum zu einem weiteren zusätzlichen Kapitalbedarf führen.

Anders als im Bericht der EBA dargestellt vertritt der DK die Ansicht, dass die Reform keineswegs nur die Großbanken, sondern alle Kreditinstitute unabhängig von ihrer Größe betrifft. Dabei muss neben den höheren Kapitalanforderungen auch die Belastung durch die Implementierung und fortlaufende Anwendung der Regelungen Berücksichtigung finden – wodurch insbesondere kleine und mittlere Kreditinstitute überproportional hoch belastet werden.

Der DK fordert daher die Berücksichtigung von Besonderheiten des europäischen Bankenmarktes bei der Umsetzung der Basel III Finalisierung in Europa.

Aufgrund der umfangreichen aufsichtsrechtlichen Änderungen und den jeweils sehr individuellen Geschäftsmodellen können die tatsächlichen Belastungen nur im Rahmen individueller Probe-rechnungen ermittelt werden. Um entsprechend auf die neuen Regelungen vorbereitet zu sein, sollten Institute sich schon jetzt intensiv mit den individuellen Auswirkungen der neuen Regelungen auseinandersetzen. Nur so können im Vorfeld ggf. noch notwendige strategische Maßnahmen eingeleitet werden.

Die Experten von RFC Professionals begleiten seit vielen Jahren erfolgreich ihre Mandanten bei der Umsetzung aufsichtsrechtlicher Anforderungen und Änderungen, auch in Form von Proberechnungen und Auswirkungsanalysen. Wir sind jederzeit gerne für Sie da! Ihre Ansprechpartner erreichen Sie per Mail.

Matthias Oßmann

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Oßmann

Sandra Schmolz

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Schmolz

Dringlichkeit

Umsetzungsaufwand

Auswirkungen