Baseler Ausschuss veröffentlicht zwei Konsultationspapiere zur Offenlegung

Der Baseler Ausschuss hat am 14. November zwei neue Konsultationspapiere zu Offenlegungs-Templates veröffentlicht. Die Konsultationsfrist endet am 14.02.2020.

Das erste Konsultationspapier (Consultative Document – Voluntary disclosure of sovereign exposures, d485) beinhaltet Templates zur Offenlegung von Forderungen gegenüber Staaten. Aufgrund der noch fehlenden Einigung zur regulatorischen Behandlung von Engagements gegenüber Staaten können die jeweiligen Jurisdiktionen frei entscheiden, ob sie von den Banken die Umsetzung verlangen oder die Offenlegung freiwillig ist.

Die vorgeschlagenen Offenlegungsvorlagen bauen dabei auf den im Diskussionspapier vom Dezember 2017 dargelegten Ideen auf und wurden inhaltlich an geänderte Vorgaben angepasst (bspw. Anpassung der Klassifizierung von Forderungen gegenüber Staaten mit dem geänderten Kreditrisiko-Rahmenwerk sowie Anpassung der Marktrisikodefinitionen für Forderungen gegenüber Staaten im Handelsbuch an den im Januar 2019 angepassten Marktrisiko-Standard.

Vorgesehen ist die Einführung bzw. Anpassung der folgenden Vorlagen:

  • Vorlage SOV1: Bei Engagements gegenüber staatlichen Unternehmen beinhaltet die Länder- und Währungsaufteilung nun für jede Jurisdiktion, die wesentlich genug ist um separat ausgewiesen zu werden, eine Aufgliederung der auf inländische Währung lautenden Beträge.
  • Vorlage SOV1 und Vorlage SOV2: Bei Engagements gegenüber staatlichen Unternehmen erfordert die Aufschlüsselung der Währungseinheiten keine Offenlegung der Positionswerte mehr vor Anwendung von Kreditumrechnungsfaktoren (CCF) oder Kreditrisikominderung (CRM). Diese Änderungen sollten die ungerechtfertigte Offenlegung von Liquiditätshilfen der Zentralbank verhindern. Die Spalte zur Angabe der Konzentration des Positionswertes als Prozentsatz des Kernkapitals entfällt in diesen beiden Vorlagen.
  • Vorlage SOV3: Für Forderungen gegenüber staatlichen Unternehmen wurde die Aufschlüsselung der Klassifizierungsmerkmale aktualisiert. Dieses Template enthält nun auch eine Aufschlüsselung der Staatspapiere nach ihrer Restlaufzeit.

Das zweite Konsultationspapier (Consultative Document – Revisions to market risk disclosure requirement, d484) beinhaltet Templates zur Offenlegung von Marktrisiken.

Die wesentlichen Änderungen zur Vorversion von 2016 gegenüber der im Januar 2019 aktualisierten Version betreffen insbesondere:

  • Die Einführung eines „Ampelansatzes“ für die Eigenkapitalanforderungen als Folge des Ergebnisses des GuV-Tests (PLA) für Banken, die den Internal Models Approach (IMA) anwenden.
  • Die Einführung des vereinfachten Standardansatzes (SSA) als Alternative zur Berechnung der Eigenkapitalanforderungen für Marktrisiken. Für Banken mit relativ kleinen oder nicht komplexen Handelsportfolios kann der SSA – eine rekalibrierte Version des Basel 2.5 Marktrisiko-Standardansatzes – von den Banken anstelle des „vollständigen“ Standardansatzes verwendet werden, vorbehaltlich der aufsichtsrechtlichen Genehmigung.

Die Änderungen der Offenlegungspflichten für Marktrisiken stellen sich wie folgt dar:

  • Muster MR1 – Marktrisiko im Rahmen des Standardansatzes: Klärung des Anwendungsbereichs, um die SA-Eigenmittelanforderungen für IMA-Handelsplätze, die Modell-Eignungstests (z.B. PLA-Test oder Backtesting) nicht bestanden haben, explizit einzubeziehen.
  • Tabelle MRB – Qualitative Angaben für Banken, die den IMA nutzen. Aktualisierung der Definitionen in der Tabelle und ihrer Anweisungen, um den Marktrisikonorm vom Januar 2019 besser zu entsprechen.
  • Tabelle MRC – Die Struktur der Trading Desks für Banken mit Hilfe des IMA. Anpassungen zur Festlegung einer Wesentlichkeitsschwelle für die Offenlegung von Informationen über einzelne Trading Desks, wenn diese auf 50% der Summe des eigenständigen Marktrisikokapitalbedarfs einer Bank gemäß dem Standardansatz festgelegt ist.
  • Template MR2 – Marktrisiko IMA: Das Template wurde überarbeitet, um eine umfassende Offenlegung der Eigenkapitalanforderungen für Banken zu ermöglichen, die den IMA für alle oder einen Teil ihrer Handelsbuchportfolios nutzen.
    • Überarbeitung mit dem Ziel, die gesamten Eigenkapitalanforderungen für Banken, die den IMA nutzen, einschließlich granularer Teilkomponenten der Berechnung bereitzustellen. 
    • In Bezug auf andere Offenlegungsvorlagen, die auch Informationen über die IMA-Kapitalanforderung des Marktrisikos bereitstellen, wird die IMA-Kapitalanforderung des Marktrisikos als die Differenz zwischen dem gesamten Marktrisikokapitalbedarf einer Bank und dem SA-Kapitalbedarf der Bank gemäß Muster MR1 angegeben. 
  • Muster MR3 – RWA-Flussrechnungen des Marktrisikos für Trading Desks im Rahmen des IMA: Aufnahme von drei Spalten, um einige der neuen Elemente der Eigenkapitalanforderungen im Rahmen des IMA widerzuspiegeln, nämlich den RWA-Zuschlag für Amber Trading Desk, den IMA RWA für Green- und Amber Desks und den gesamten SA RWA für Trading Desks, der nicht für die Nutzung des IMA geeignet ist.
  • Muster MR4 – Marktrisiko im Rahmen des vereinfachten Standardansatzes: Dies ist eine neue Vorlage, die die Einführung der SSA widerspiegelt. Von den Banken, die das SSA nutzen, wird erwartet, dass sie die entsprechenden Komponenten der Marktrisikokapitalanforderungen offenlegen. Seine Frequenz ist halbjährlich.

Die Möglichkeit des Verzichts der Offenlegung von geschützten und vertraulichen Informationen wird dabei weiter bekräftigt.

Beide Änderungen der Offenlegungspflichten sollen bis spätestens 01. Januar 2022 durch die Mitgliedsstaaten umgesetzt werden.

Sehr gerne unterstützen die Experten von RFC Professionals Sie bei der Bewertung sowie Umsetzung der neuen regulatorischen Anforderungen an die Offenlegung. Wir sind jederzeit gerne für Sie da! Ihre Ansprechpartner erreichen Sie per Mail.

Matthias Oßmann

Matthias Oßmann

Sandra Schmolz

Sandra Schmolz

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