Baseler Ausschuss veröffentlicht neues Konsultationspapier mit Anpassungen der Regelungen zum Credit Valuation Adjustment

Nach der finalen Veröffentlichung der Regelungen zum Marktpreisrisiko im Januar 2019 hat der Baseler Ausschuss am 28. November 2019 ein Konsultationspapier mit Anpassungen bei den Regelungen zum Credit Valuation Adjustment veröffentlicht. Hierdurch sollen insbesondere die bisherigen Vorgaben an die neuen Regelungen zum Marktpreisrisiko angepasst werden. Die Konsultationsfrist läuft bis 25. Februar 2020. Eine Umsetzung ist bis 01. Januar 2022 vorgesehen.

Der Baseler Ausschuss definiert das CVA Risiko als das Risiko, das sich aus Veränderungen der Credit Spreads der Gegenparteien und anderen Marktrisikofaktoren ergibt und kalkulatorisch der Preis ist, den ein Investor für das Hedging des Derivat-inhärenten Kreditrisikos zahlt. Der CVA ist dabei wesentlicher Teil der sogenannten XVAs (Valuation Adjustments), die sich aus FVA (Funding Valuation Adjustment), CVA (Capital Valuation Adjustment) und MVA (Margin Valuation Adjustment) zusammensetzen und über das Collateral Management gesteuert werden.

Das Credit Value Adjustment ist daher im Gesamtkontext mit den anderen Value Adjustments zu betrachten und entsteht typischerweise bei Banken, die OTC-Derivatgeschäfte abschließen, da diese Positionen bei einer Verschlechterung der Bonität der Geschäftspartner das Risiko von Mark-to-Market-Verlusten in sich tragen. Das CVA-Risiko ergänzt das Risiko des Ausfalls einer Gegenpartei, das als Kreditrisiko bzw. Kontrahentenausfallrisiko bezeichnet wird.

Vor diesem Hintergrund sollen die Regelungen zum CVA-Risiko durch die neuen Vorgaben an die Regelungen zum Marktrisiko (FRTB) und Kreditrisiko (CR) angepasst werden.

Die wesentlichen Änderungen betreffen die folgenden Bereiche:

  • Anpassungen der Risikogewichte im CVA-Standardansatz (SA-CVA) für Zinsänderungsrisiken, Wechselkursrisiken und bestimmte Engagements, die dem Adressrisiko und bestimmten Referenz Credit Spread Risikoklassen unterliegen,
  • Einführung eines neuen Ansatzes für die Berechnung der Eigenkapitalanforderungen von Instrumenten mit Marktwerten in Abhängigkeit von Kredit- und Aktienindizes sowie
  • eine neue Formel für die Aggregation der CVA-Eigenkapitalanforderung im Einklang mit den Änderungen am Marktrisikorahmen.
  • Gezielte Überarbeitungen des CVA-Rahmenwerks mit
    • Anpassung des Umfangs der Portfolios, die den CVA-Risikokapitalanforderungen unterliegen (Ausschluss einiger Wertpapierfinanzierungstransaktionen (SFTs), bei denen die CVA-Risiken nicht wesentlich sind und Freistellung bestimmter Verbriefungen und bestimmter OTC- Derivate).
    • Verkürzung der Margin-Risikoperiode für einige zentral geclearte Kundenderivate im SA-CVA, zur Angleichung der CVA-Anforderung an den CCP-Rahmen (Förderung des zentralen Clearing von OTC-Derivaten).
  • Darüber hinaus soll über den adaptierten Ansatz die Ermittlung der Risk-Weighted-Assets (RWA) in Bezug auf das CVA-Exposure geändert und somit die Berechnung der Eigenkapitalunterlegungspflichten angepasst werden. Die Ermittlung der Kapitalanforderung soll unter Anwendung von CVA-Standard-Basisansätzen erfolgen.

Die Änderungsbereiche werden noch einmal zusammengefasst in der folgenden Abbildung dargestellt.

Weitere Details zu den Änderungen sind direkt im Konsultationspapier zu finden. Die Auswirkungen sind stark vom jeweils vorhandenen Portfolio abhängig. Um auf mögliche zusätzliche Kapitalanforderungen rechtzeitig vorbereitet zu sein, sollten schon jetzt Proberechnungen für Auswirkungsanalysen vorgenommen werden. Darüber hinaus ist auch empfohlen, für alle Value Adjustments (XVAs) eine gesamthafte Steuerung einzurichten, um aus Sicht des Controllings eine Betrachtung aller Kostenbestandteile des Derivatgeschäfts sicherzustellen und aus Sicht des Tradings ein akkurates Pricing der Positionen vornehmen zu können.

Sehr gerne unterstützen die Experten von RFC Professionals Sie bei der Analyse der Auswirkungen der geplanten regulatorischen Änderungen bzw. der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung Ihrer Umsetzung. Wir sind jederzeit gerne für Sie da! Ihre Ansprechpartner erreichen Sie per Mail.

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Robert Vartok

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Sandra Schmolz

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