Baseler Ausschuss finalisiert Teile des Offenlegungsrahmenwerks

Der Baseler Ausschuss hat am 30. August 2018 unter dem Titel „Technical Amendment – Pillar 3 disclosure requirements – regulatory treatment of accounting provisions“ (BCBS 446) die finale technische Änderung zur aufsichtsrechtlichen Behandlung von Bilanzierungsvorschriften veröffentlicht. Dabei wurde das vorangegangene Konsultationspapier (BCBS 435) vom 22. März 2018 nahezu unverändert übernommen.

Die technische Änderung enthält Regelungen zu ergänzenden Säule 3 Offenlegungsanforderungen für Rechtsordnungen, die ein Modell zur Berechnung des erwarteten Kreditrisikos (ECL) implementieren, sowie für diejenigen, die Übergangsregelungen für die aufsichtsrechtliche Behandlung von Bilanzierungsvorschriften erlassen. Die Adressaten der Offenlegungen sollen dadurch Informationen zu den Übergangseffekten und Auswirkungen der erwarteten Wertberichtigung auf das aufsichtsrechtliche Eigenkapital erhalten. Zudem sind während der Übergangszeit weitere Informationen über die Zuordnung von Bilanzierungsrückstellungen in den regulatorischen Kategorien allgemeiner und spezifischer Wertberichtigungen für Forderungen im Standardansatz (KSA) vorgesehen.

Die technischen Änderungen beziehen sich auf die Bereiche Schlüsselindikatoren bei den TLAC Anforderungen (Total Loss-Absorbing Capacity), Kreditrisiko sowie die Kreditqualität von Vermögenswerten und sind in den folgenden Templates geregelt:

  • Template KM2 enthält zusätzliche Offenlegungsanforderungen auf Ebene der Abwicklungseinheiten bezüglich der Auswirkungen der Übergangsregelungen bei vollständiger Anwendung des ECL-Ansatzes auf TLAC Positionen/Quellen und Quoten.
  • Template CR1 mit Vorgaben über zusätzliche Offenlegungen zur Allokation der allgemeinen (GP) und spezifischen Wertberichtigungen (SP) bei Forderungen im Standardansatz.
  • Table CRB steht im Zusammenhang mit CR1 und beinhaltet die Verpflichtung der Banken, das Grundprinzip ihrer Kategorisierung von ECL-Rechnungslegungsvorschriften in allgemeine und spezifische Kategorien für Forderungen des Standardansatzes offenzulegen.

Die technischen Änderungen zum Säule 3 Offenlegungsstandard treten bereits zum 1. Januar 2019 in Kraft und sind für Banken, welche ein ECL Rechnungslegungsmodell nach diesem Datum verwenden sowie für jene Banken, welche Übergangsregelungen für die aufsichtsrechtliche Behandlung von Bilanzierungsvorschriften nutzen, verpflichtend.

Der final veröffentlichte technische Änderungstext ist als Ergänzung zu dem im März 2017 veröffentlichten Standard zur Offenlegung Säule 3, „Pillar 3 disclosure requirements – consolidated and enhanced framework“ (BCBS 400), zu sehen, mit welchem die zweite Phase der Überarbeitung des Säule 3 Rahmenwerks durch den Baseler Ausschuss abgeschlossen wurde.

Diese umfasst die folgenden drei Elemente:

  1. Konsolidierung aller existierenden und zukünftigen BCBS Offenlegungsanforderungen in einem Säule 3 Rahmenwerk
  2. Einführung eines Dashboards aller aufsichtsrechtlichen Schlüsselindikatoren sowie Offenlegungs-anforderungen für Banken, die eine vorsichtige Bewertung vornehmen
  3. Änderungen und Ergänzungen des Säule 3 Standards aufgrund von Veränderungen des regulatorischen Rahmenwerks wie z.B. neue Offenlegungsanforderungen im Zusammenhang mit den Regelungen zum TLAC für G-SIBs (Global Systemically Important Banks) und geänderte Offenlegungsanforderungen für Marktrisiken

Aufgrund der Finalisierung des Basel III-Rahmenwerks im Dezember 2017 sind zudem Ergänzungen und Änderungen des Offenlegungsstandards vom März 2017 erforderlich. Diesbezüglich wurde im Februar 2018 vom Baseler Ausschuss das Konsultationspapier „Pillar 3 disclosure requirements – updated framework“ (BCBS 432) veröffentlicht. Das Konsultationspapier beinhaltet Änderungen und Ergänzungen u.a. zu:

  • Kreditrisiken,
  • operationelle Risiken,
  • Leverage Ratio,
  • Credit Value Adjustment (CVA-Risiken),
  • Risk-Weighted Assets (RWA) Ergebnissen aus internen Modellen, um eine Benchmark auf Basis der Berechnungen mit den Standardmodellen herzustellen,
  • Übersichtstemplates zu Risikomanagement-, RWA- und aufsichtsrechtlichen Schlüssel-Indikatoren,
  • belastete Vermögenswerte (Asset Encumbrance),
  • Kapitalverteilungsbeschränkungen,
  • Zusammensetzung des regulatorischen Eigenkapitals.

In dem Konsultationspapier finden sich zudem angepasste und neue Tabellen und Templates sowie eine Liste mit Tabellen und Templates, Formaten und Frequenz sowie Implementierungszeitpunkten für die verschiedenen Offenlegungsanforderungen. Zusätzlich sind jeweils Beschreibungen zum Umgang mit den Templates enthalten.

Die Umsetzung muss – je nach Regelungsbereich – bis spätestens 1. Januar 2022 erfolgen.

Die Experten von RFC Professionals begleiten seit vielen Jahren erfolgreich ihre Mandanten bei der Umsetzung aufsichtsrechtlicher Anforderungen und Änderungen sowie der Erstellung von Offenlegungsberichten. Wir sind jederzeit gerne für Sie da! Ihre Ansprechpartner erreichen Sie per Mail.

Matthias Oßmann

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Oßmann

Sandra Schmolz

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Dringlichkeit

Umsetzungsaufwand

Auswirkungen