BaFin startet Konsultation 06/2019 zu Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch

Per 29.03.2019 startet die BaFin den Konsultationsprozess 06/2019 zur Aktualisierung des Rundschreibens 9/2018 (BA). Mit der Novellierung des Rundschreibens 9/2018 (BA) trägt die BaFin regulatorischen Entwicklungen, bedingt durch die Veröffentlichung der korrespondierenden Guidelines der EBA (EBA/GL/2018/02), Rechnung. Stellungnahmen können bis zum 30. April abgegeben werden.

Im Zuge der fortschreitenden Harmonisierung der europäischen Regulatorik nehmen nationale Sonderlösungen, wie die deutsche Abweichung in Bezug auf IRRBB tendenziell ab. Grundsätzlich besteht jedoch die Möglichkeit eines so genannten „non-comply“, welche aber seitens der nationalen Aufsicht gegenüber dem mandatierten europäischen Gesetzgeber gut argumentiert werden möchte.

Highlights im Konsultationsentwurf im Kontext der EBA-Guidelines

Der Konsultationsentwurf konzentriert sich auf den Standardansatz zur Ermittlung des Barwerts (EVE) und referenziert direkt auf die in den EBA-Guidelines verwendeten sechs Szenarien. Sachverhalte im Kontext NII (Ertragssicht) werden nicht thematisiert. Die BaFin definiert Schocks für 25 Währungen, wobei die EBA 21 Währungsschocks spezifiziert. Die Währungen SAR, IDR sowie INR werden von der BaFin nicht berücksichtigt. Im Gegensatz zu den Guidelines werden die Währungen BGN, CZK, DKK, HRK, HUF, PLN, RON in den Konsultationsentwurf aufgenommen. Die Szenarien werden anders dargestellt: Zwei aufsichtliche (a, b) und sechs (d- h) für die Berechnung des Frühwarnindikators. Inhaltlich gibt es hier keine Abweichung zur EBA, da die gleichen sechs Szenarien gefordert werden und die von der BaFin „zusätzlich“ aufgeführten Szenarien an anderer Stelle (Tz. 113) zu finden sind.

Die im Folgenden (Kapitel 3.2) thematisierte Behandlung spezieller Positionen wie Margen oder Fremdwährungen, sowie methodische Angaben wie Diskontierung und Zinsuntergrenzen weichen nicht materiell von den Bestimmungen in den EBA Guidelines ab.

In Kapitel 5 werden die Reportinganforderungen in Bezug auf die acht Szenarien definiert. In einer nachgestellten Klarstellung betont die Bafin, dass weder die Unterschreitung der 20%-Schwelle (Barwertverlust aus a, b) noch der 15% -Schwelle (Barwertverlust aus d-h) isoliert betrachtet direkte aufsichtliche Maßnahmen folgen lassen.

Die Experten von RFC Professionals begleiten seit vielen Jahren erfolgreich aufsichtliche Veränderungen und hieraus resultierende Anpassungen in der Finanzbrache. Gerne unterstützen wir Sie bei der Bewertung potenzieller Auswirkungen aus der Novellierung.

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Volker Oostendorp

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Sebastian Kalmbach

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