AFS empfiehlt Aktivierung des antizyklischen Kapitalpuffers

Der Ausschuss für Finanzstabilität empfiehlt der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mit Schreiben vom 27. Mai 2019 sowie FAQs die Einführung eines antizyklischen Kapitalpuffers in Höhe von 0,25% des nach Artikel 92 Absatz 3 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (CRR) ermittelten Gesamtforderungsbetrags ab dem 3. Quartal 2019.

Zum Hintergrund der Empfehlung:

Der Ausschuss für Finanzstabilität hat im Rahmen seiner Analyse und Bewertung der Risikolage für das deutsche Bankensystem zyklische systemische Risiken erkannt, welche die Finanzstabilität in Deutschland beeinträchtigen können. Durch die Einführung des antizyklischen Kapitalpuffers soll die Verlusttragfähigkeit des Bankensystems gestärkt werden, um zu vermeiden, dass es im Stressfall zu negativen Rückkoppelungen zwischen Finanzsystem und Realwirtschaft kommt.

Die vom Ausschuss für Finanzstabilität beschriebene Gefährdungslage ergibt sich insbesondere bei gleichzeitigem Auftreten verschiedener Risiken aus den folgenden drei Risikofeldern:

  1. Risiken aus der wirtschaftlichen Entwicklung, die in der mikroprudenziellen Messung von Kreditrisiken nicht umfassend abgebildet werden („Konjunkturrisiko“)
  2. Risiken aus der Immobilienfinanzierung („Immobilienrisiko“) und
  3. Zinsrisiken, wenn die Zinsen noch über längere Zeit an der Nullzinsgrenze verbleiben („Niedrigzinsumfeld“) oder stark steigen („Zinsänderungsrisiken“).

Die erkannten Risiken und Unsicherheiten werden in dem Schreiben noch näher beschrieben und erläutert.

Die Umsetzungsfrist für den antizyklischen Kapitalpuffer beträgt zwölf Monate. Institute haben daher bis zum 3. Quartal 2020 Zeit, den Kapitalpuffer aufzubauen. Gemäß einer Kapitalbedarfsanalyse sollte dies überwiegend aus vorhandenem Überschusskapital möglich sein.

Die Empfehlung richtet sich an die BaFin, die bis zum 14. Juni 2019 mitteilen muss, wie die Umsetzung bis spätestens 30. Juni 2019 erfolgen soll.

Auch wenn der Kapitalbedarfsanalyse zur Folge die meisten Institute die zusätzliche Kapitalanforderung aus vorhandenem Überschusskapital decken können, muss eine mögliche Kapitallücke überprüft werden.

Sehr gerne diskutieren die Experten von RFC Professionals mit Ihnen die individuellen Auswirkungen der zusätzlichen Kapitalpufferanforderung sowie die sich ergebenden Handlungsnotwendigkeiten und unterstützen Sie bei der Analyse des Kapitalbedarfs und der weiteren Kapitalplanung. Sprechen Sie uns gerne jederzeit dazu an!

Sebastian Kalmbach

Sebastian
Kalmbach

Sandra Schmolz

Sandra
Schmolz

Dringlichkeit

Umsetzungsaufwand

Auswirkungen