Abschlussprüfungsreformgesetz (AReG) – Anforderungen an Aufsichtsräte steigen

Auf Grundlage des Abschlussprüfungsreformgesetzes (AReG) müssen seit Juni 2016 alle Versicherungsunternehmen, die unter die Solvency II Verordnung fallen, bei Designation von Aufsichtsräten gewährleisten, dass zumindest ein zukünftiges Mitglied des Gremiums über Sachverstand in Rechnungslegungspunkten oder der Abschlussprüfung verfügt.

Wie wichtig der Aufsicht das Thema ist zeigt sich an der speziellen Veröffentlichung (Ende November 2016) eines 21-seitigen „Merkblatt zur fachlichen Eignung und Zuverlässigkeit von Mitgliedern von Verwaltungs- oder Aufsichtsorganen gemäß VAG“. Alle neuen gesetzlichen Vorgaben des Versicherungsaufsichtsgesetzes finden darin Berücksichtigung und es zeigt direkt auf, welche Anzeigen gegenüber der Aufsicht in Zukunft für die Aufsichtsräte verpflichtend werden. Hauptintension ist es, dass die Aufsichtsräte Ihrer eigentlichen Funktion, nämlich „Kontrolle des Vorstandes“ standesgemäß nachkommen und als Sparringpartner auf allen Ebenen zur Verfügung stehen können.

Alle Aufsichtsratsmitglieder müssen vertraut sein mit dem Versicherungsausschnitt (Leben, Kranken, Sach) in dem das Versicherungsunternehmen Produkte anbietet, neben zumindest Grundkenntnissen im gesamten Versicherungsbereich. Für wichtige Themen bietet sich die Möglichkeit in einem mehrköpfigen Gremium an, eine Spezialisierung aufzubauen. Jeder der Aufsichtsräte muss nicht in allen Themen gleich tiefe Kenntnisse entwickeln – in der Gesamtsicht muss aber jedes Thema einer Versicherung über einen spezialisierten Aufsichtsrat abgebildet sein. Abgedeckt werden müssen dann die Felder Kapitalanlage, Versicherungstechnik und Rechnungslegung. Insbesondere bei Neubestellungen von Aufsichtsratsmitgliedern wird die Aufsicht in Zukunft den Blick darauf richten, dass im Gremium die drei Felder vollumfänglich abgebildet sind.

Das sich die Aufsichtsratsmitglieder in Eigenregie um Ihre Fortbildung bzw. Ausrichtung kümmern müssen zeigt die folgende Aussage der BaFin „Jeder Aufsichtsrat sollte sich einmal jährlich mit seinen individuellen sowie mit den kollektiven Fähigkeiten des Organs insgesamt befassen und Verbesserungspotenziale ausloten.“ – Selbsteinschätzung ist also notwendig und damit verbunden Handlungsfelder für Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen selbst zu erkennen.

Bereits in 2014 hat unser Haus darauf hingewiesen, dass insbesondere auf die Aufsichtsräte von Versicherungsgesellschaften unter Solvency II Gesichtspunkten ein erheblicher Nachholbedarf an Weiterbildung besteht. Dieser Bedarf besteht auch noch fort, so dass wir auch weiterhin Grundlagenseminare zur Solvency II Thematik – auch in Verbindung mit der Frankfurt School of Finance & Management, wo unser Senior Manager Alexander Wolf als Dozent für das Thema tätig ist – anbieten.

Gerne stellen wir für Ihr Haus bzw. Ihr entsprechendes Gremium einen Wissensbedarfsplan auf um die Mitglieder des Aufsichtsrates oder auch andere, bislang eventuell fachfremde Funktionsträger fit zu machen für Solvency II bzw. die anstehenden Aufgaben. Gemeinsam mit Ihnen ermitteln wir den aktuellen Status quo um für die Zukunft eine fachlich fundierte Zusammensetzung der Gremien zu ermöglichen und gezielt weiterzuentwickeln. Sprechen Sie uns an – wir freuen uns auf Sie!

Den Link zum erwähnten Bafin Merkblatt finden Sie hier.

Alexander Wolf

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