EU-Kommission veröffentlicht „Digital Finance Strategy for Europe“

Die EU-Kommission hat am 24.09.2020 das „Digital Finance Package“ hinsichtlich der „Digital Finance Strategy for Europe“ veröffentlicht. Es beinhaltet neben zwei Strategiepapieren auch drei Verordnungsentwürfe und einen Richtlinienentwurf.

Digital Finance Package  

Die finalen Fassungen sollen nach Durchführung des „Trilog“ zwischen EU-Kommission, EU-Rat und EU-Parlament zeitnah veröffentlicht werden und treten teilweise bereits 20 Tage danach in Kraft. Für einige Regelungen gelten Übergangsfristen von 12, 18 bzw. 36 Monaten.

Mit dem „Digital Finance Package“ verfolgt die EU-Kommission bis 2024 insbesondere die folgenden vier Ziele:

  • Einführung von EU-weit kompatiblen digitalen Kennungen im Finanzbereich,
  • Minderung der Risiken der digitalen Transformation durch strenge und gemeinsame Regeln zur digitalen operativen Belastbarkeit,
  • Förderung des B2B-Datenaustauschs im EU-Finanzsektor und darüber hinaus,
  • Klare und umfassende EU-Regeln für Krypto-Assets.

Änderungen und Erweiterungen der neuen Regelungen sind in den folgenden Bereichen vorgesehen:

  • Reduzierung von Cyber-Bedrohungen für die Informations- und Kommunikationstechnologie Infrastrukturen in Anlehnung an die bereits bekannten Regelungen der EBA Leitlinie zu IKT- und Sicherheitsrisikomanagement. (Bestandteil DORA, 20 Tage nach finaler Veröffentlichung). Die zusätzlichen Vorgaben beinhalten u.a.
  • erweiterte Anforderungen an die Überwachung und Beaufsichtigung von IKT-Dienstleistern und des damit verbundenen IKT-Risikos,
  • neue Anforderungen zur Verbesserung des Managements von IKT Risiken, der Prüfung der IKT-Systeme und der Information der Aufsichtsbehörden über Bedrohungen und Vorfälle sowie
  • ein erweiterter Austausch von Informationen und Erkenntnissen über Cyberbedrohungen.
  • Einführung von „digitalen, portablen Identitäten“ für alle EU-Bürger zur Erleichterung eines digitalen grenzüberschreitenden Datenaustauschs und Förderung des digitalen Daten-austauschs zwischen Finanzdienstleistern und Aufsichtsbehörden. (Bestandteil der Digitalisierungs-Strategie bis 2024)
  • Anforderungen an den Handel über DLT-Marktinfrastrukturen (Distributed-Ledger-Technologie) sowie das damit verbundene Berichtswesen (Bestandteil DORA, 12 Monate nach Finalisierung).
  • EU-weite einheitliche Regelungen zu Krypto-Assets und Vorgaben für ‚Stablecoins‘ mit erweiterten Anforderungen an den Handel von Krypto-Assets (Bestandteil Verordnung zu Krypto-Asset, 20 Tage nach finaler Veröffentlichung).
  • Im Rahmen der Zahlungsverkehrs-Strategie sind erweiterte Anforderungen hinsichtlich der Ausführungsdauer und Sicherheit bei der Abwicklung von Zahlungsvorgängen zu beachten (Bestandteil der Zahlungsverkehrs-Strategie bis 2024).
  • Regelungen zur Prävention von Geldwäsche mit Erleichterungen bei der Authentifikation und Identifikation von Kunden und Regelungen zur Stärkung der Verlässlichkeit der Informationen von Drittanbietern (Bestandteil der Digitalisierungs-Strategie bis 2024).

Parallel zur dargestellten Konsultation der „Digital Finance Strategy for Europe“ werden derzeit auf nationaler Ebene die MaRisk- und BAIT-Novelle 2020 finalisiert. Details hierzu finden Sie in den nachfolgenden Veröffentlichungen:

  • BAIT: Blog: BAIT-Novelle 2020
  • MaRisk: Blog: Konsultation zur MaRisk Novelle hat begonnen.

Die o.g. strategischen Adjustierungen der europäischen Anforderungen werden in den kommenden Jahren zu weiteren erheblichen Anpassungen der MaRisk und BAIT auf nationaler Ebene führen. Die damit einhergehende Notwendigkeit einer neuen strategischen Ausrichtung erfordert eine frühzeitige Auseinandersetzung mit den Details und Identifizierung von GAPs sowie Bewertung der Handlungs-bedarfe.

Die Experten von RFC Professionals begleiten ihre Mandanten seit vielen Jahren erfolgreich bei der Umsetzung aufsichtsrechtlicher Anforderungen. Hierzu greifen wir u.a. auf den RFC Regulyzer (Regulatory Text Analyzer), ein auf künstlicher Intelligenz basierendes Tool zur automatisierten semantischen GAP-Analyse regulatorischer Texte, zurück. Gerne sind wir für Sie da! Ihre Ansprechpartner erreichen Sie per Mail.

Matthias Oßmann

Matthias Oßmann

Sandra Schmolz

Sandra Schmolz

Dringlichkeit

Umsetzungsaufwand

Auswirkungen